Kritik äußern und Kritik vertragen – beides muss gelernt sein. Ich nehme es vorweg: Das A und O ist die Übung, denn die macht bekanntlich den Meister. Trotzdem gebe ich euch im heutigen Blogbeitrag ein paar Tipps, um eure Kritikfähigkeit zu verbessern. Lest weiter.

Mit unserer Career-to-go-Reihe beleuchten wir verschiedene Karrierethemen für dich und geben hilfreiche Tipps für den Alltag in kompakter Form – quasi für unterwegs! Im heutigen Beitrag geben wir euch ein paar hilfreiche Tipps, wie man produktiv Kritik äußern kann.

Kritik wird definiert als eine „prüfende Beurteilung und deren Äußerung in entsprechenden Worten“ (Duden). Sie kann dabei sowohl positiv als auch negativ sein. Gegenüber einer anderen Person Kritik äußern ist schwer. Für positive Kritik nehmen wir uns oft keine Zeit, weil wir denken, sie sei nicht wichtig. Mit negativer Kritik wollen wir niemanden verletzten und die Beziehung zum Gegenüber nicht gefährden.

Warum also Kritik äußern?

Kritik ist ein wichtiges Mittel der Kommunikation. Sie zeigt auf, dass man etwas verändern soll (negative Kritik) oder dass man genau so weitermachen soll (positive Kritik). Dadurch biete sie einem die Möglichkeit, sich kontinuierlich zu verbessern.

Positive Kritik

Feedback geben

Positive Kritik ist ein Zeichen der Wertschätzung. Damit drückt man aus, dass das, was das Gegenüber gesagt oder getan hat, wichtig ist. Sie fängt bereits mit einem „Danke“ an. Das nimmt nicht viel Zeit in Anspruch, hat aber einen großen motivierenden Effekt. Auch ein kurzes Lob, zum Beispiel für pünktliche Abgaben oder ein sinnvolles neu eingeführtes Format, ist schnell ausgesprochen und gibt dem Gegenüber eine schnelle positive Rückmeldung.

Negative Kritik

Negative Kritik gibt man zeitnah, am besten früh in der Woche und früh am Tag, um den Kollegen nicht mit negativen Gedanken in den Feierabend oder ins Wochenende gehen zu lassen. Man sollte nur negative Kritik äußern, wenn man selbst ausgeglichen, ruhig und emotional entspannt ist, um objektiver und konstruktiver zu sein. Wenn man wütend ist, sollte man sich zunächst abreagieren und dann erst das Gespräch suchen. Die beste Art, negativ zu kritisieren, ist face-to-face. So geht das Gegenüber nicht in Schutzhaltung und rechtfertigt sich, sondern nimmt sich die Kritik eher zu Herzen.

Nach einem Zeitraum X sollte es einen Follow-up-Termin geben, in dem noch mal über den Sachverhalt gesprochen wird. In so einem Termin kann man erörtern, was sich seitdem verbessert hat und wo nach wie vor Verbesserungspotenzial besteht.

Die Kunst der konstruktiven Kritik

Konstruktive Kritik bedeutet, nicht nur aufzuzeigen, was man positiv oder negativ bewertet, sondern dem Gegenüber auch direkt Vorschläge zur Verbesserung zu geben. Sie wird höflich und respektvoll geäußert und bezieht sich stets auf konkrete Punkte. Konstruktive Kritik folgt dem Dreischritt Wahrnehmung, Wirkung und Wunsch. Man sollte zunächst beschreiben, wie man etwas wahrgenommen hat und was das für eine Wirkung auf einen hatte. Zuletzt sollte man immer äußern, wie man es sich stattdessen gewünscht hätte.

Wer austeilt, muss auch einstecken können

Ist man die Person, die kritisiert wird, sollte man folgende Punkte beachten:

Die Kritik nicht persönlich nehmen: Besonders im beruflichen Umfeld richtet sich Kritik (sofern konstruktiv) nicht gegen die eigene Person, sondern gegen die Arbeit.

Kritik als Chance betrachten: Die Kritik ist kein Angriff, sondern ein Angebot zur Hilfe, für das man dankbar sein kann.

„Sacken lassen“: Die erhaltene Kritik sollte man zunächst reflektieren und nicht impulsiv, z. B. in Form von Trotz, reagieren.

Kein „Ja und Amen“:  Gewisse Punkte der Kritik können durchaus noch mal gemeinsam diskutiert werden, besonders, wenn man damit nicht einverstanden ist.

Fazit

Sowohl beim Austeilen von Kritik als auch beim Einstecken gilt: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Kritisieren und kritisiert werden muss beides gelernt sein. Also, traut euch, fragt gezielt nach Feedback und scheut euch nicht, selbst welches zu geben!

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