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Ideen müssen her, das gilt für den Arbeitsalltag in der Pandemie ganz besonders. Unsere Ingenieurinnen und Ingenieure bei der Protiq GmbH haben eine Lösung gefunden, wie man Türen öffnen kann, ohne sich danach permanent die Hände desinfizieren zu müssen: Türöffner aus dem 3D-Drucker.

Die Pandemie hat auch unseren Alltag als Industrieunternehmen auf den Kopf gestellt. Wir haben uns vielen neuen Herausforderungen stellen müssen. In Blogbeiträgen aus verschiedenen Unternehmensbereichen zeigen wir euch, was wir dabei gelernt haben.

Corona fordert Flexibilität – beruflich wie privat. Clemens Boesen, Produktionsleiter bei Protiq, unserer Tochtergesellschaft für 3D-Druck, erklärt dazu: „Wir haben flexibel auf die Situation reagiert und kurzerhand neue Produkte in das Portfolio aufgenommen: Türöffner. Mit den kleinen Hilfsmitteln kann man Türen hygienisch mit dem Unterarm öffnen.“ Besonders bei Türen, die viele Personen nutzen, wie Toiletten, Eingänge zu Produktionsbereichen oder Großraumbüros, sind die kleinen Helfer sinnvoll.

Fest installiert oder to go

Mitarbeiter von Protiq

Den Einfall, Türöffner zu produzieren, hatten tatsächlich mehrere Kollegen gleichzeitig. Ähnliche Ideen gab es auch schon im Internet und so konstruierten die Kollegen spontan erste Muster und druckten sie über Nacht. Mittlerweile gibt es Varianten für verschiedene Klinken und Knäufe. „Außerdem haben wir einen kleinen Haken konstruiert, den man an der Stempelkarte oder am Schlüsselbund befestigen kann, um Türklinken schnell zu öffnen“, erläutert Clemens Boesen.

Die Türöffner stellt Protiq im 3D-Druck-Verfahren „Lasersintern“ her. Dabei wird das Material, in diesem Fall Polyamid 12, in einer dünnen Pulverschicht auf der Bauplattform verteilt und bis knapp unter den Schmelzbereich erhitzt. An den Stellen, an denen das Bauteil entstehen soll, schmilzt ein Laser dann das Material auf. Anschließend senkt sich die Bauplattform um genau eine Schichtdicke ab und der Ablauf wiederholt sich, bis das Produkt fertig ist.

In einem Vorgang werden mehrere Produkte gleichzeitig gefertigt. Von den Haken für die Stempelkarte kann die größte Anlage circa 1800 Stück in einem Produktionsvorgang herstellen. Dafür benötigt sie 30 Stunden. Die Öffner, die an der Tür montiert werden, sind deutlich größer. Hier können in einem Vorgang daher natürlich weniger Teile auf einmal gefertigt werden.

Eigene Türöffner bestellen

Bei Protiq sind die Türöffner schon lange im Einsatz. Andere Klinkenformen wären kein Problem. Clemens Boesen: „Wir können die Konstruktion kurzfristig anpassen und innerhalb von zwei Werktagen passende Öffner liefern. Das Angebot machen wir auf unserem Marktplatz.“ Bestellt hier euren eigenen Türöffner.

Der Protiq Marketplace ist eine Plattform, über die Nutzer 3D-Modelle hochladen, konfigurieren und direkt ordern können. Die gewünschten Objekte stellt das Unternehmen mit hoher Präzision her und versendet sie weltweit. Seit 2010 ist die Protiq GmbH die Kompetenz im Bereich der additiven Fertigung der Phoenix Contact-Gruppe. Basierend auf dieser Erfahrung beraten und unterstützen die Kolleginnen und Kollegen von der Generierung der 3D-Daten bis zum gefertigten Prototyp, Modell oder Bauteil.

„Gerne beteiligen wir uns an Projekten, bei denen dringend benötigte Teile, wie z. B. für Beatmungsgeräte, additiv hergestellt werden.  Kommen Sie auf uns zu, wenn Sie Ideen oder Projekte im Kampf gegen Corona haben“, lädt Clemens Boesen zu mehr Kreativität ein. Denn der 3D-Druck bietet alle Möglichkeiten.

Unsere Kolleginnen und Kollegen aus Polen und den USA haben ebenfalls mithilfe von 3D-Druck sogenannte „Face Shields“ hergestellt. Lest mehr darüber in diesem Blogbeitrag: Masken Marke Eigenbau.

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