Mit kreativen Methoden neue Geschäftsmodelle für die Zukunft entwickeln

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Aufgeteilt in kleine Gruppen von jeweils drei Personen stehen wir vor Metaplanwänden und entdecken, wie anstrengend es ist, neue Strategien und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Wir sind ein bunt gemischter Haufen aus Entwicklern, Managern, Vertriebsingenieuren und Marketingexperten. Gemeinsam wollen wir aus einer ersten Idee für eine neue Lösung ein funktionierendes Geschäftsmodell entwickeln.

Zwei Mitarbeiter unterhalten sich über neue Geschäftsmodelle

Ich bin der Moderator dieser Gruppe und alle Blicke richten sich nun gespannt auf mich. An diesem Punkt bin ich jedes Mal wieder etwas nervös.

Vor fast zwei Jahren haben wir die ersten Workshops dieser Art gestartet. Damals wurde viel über Begriffe wie Business Model Canvas und Lean-Start-up-Methoden diskutiert, mit denen frisch gegründete Unternehmen zielgerichtet und mit viel Kreativität ihre Geschäftsmodelle entwickeln. Aber würden diese Methoden zu einem großen Unternehmen wie Phoenix Contact passen? Start-up-Feeling in einem Unternehmen mit fast 100-jähriger Geschichte, ob das funktionieren kann?

Die Methode zählt

Einfach mal ausprobieren. Selbst ausprobieren! So starteten wir unseren ersten Business-Model-Canvas-Workshop. Noch etwas zögerlich, aber neugierig auf die Ergebnisse. Schnell war klar, dass die klare methodische Struktur gegenüber einem Brainstorming riesige Vorteile mit sich bringt. Würden wir heute beschließen, zum Mond zu fliegen und alle notwendigen Schritte im Brainstorming diskutieren, würden wir uns am Ende auf viele Kompromisse einigen. Für eine Rakete, die aus Kompromissen gebaut ist, würde ich mein Ticket aber gern zurückgeben. Unser Moonshot muss also anderen Regeln gehorchen. Dazu gehört das komplette Kundenverständnis, das tiefe Eintauchen in die Aufgaben, die aus Kundensicht bewältigt werden müssen. Und die Kenntnis der Probleme, die sich alltäglich in den Weg stellen. Wir müssen dabei nicht nur sicherstellen, an alles gedacht zu haben, sondern über Feedback klären, dass wir die Kundenaufgabe richtig interpretiert und Wichtiges von Unwichtigem getrennt haben. Insbesondere die unterschiedlichen Perspektiven unserer gemischten Gruppe auf Herausforderungen, die in den Prozessen auftauchten, führen zu neuen Lösungen, die in den fachspezifischen Expertenrunden so nicht entstanden wären.

Vom Workshop zum gelebten Prozess

Heute gehören diese Workshops in vielen Bereichen zu den gängigen Prozessen, die uns bei der strategischen Aufstellung, bei der Entwicklung von Produkten und Lösungen unterstützen. Natürlich haben wir aus vielen Anfängerfehlern gelernt und so manche Vorgehensweise in der Art modifiziert, dass sie zu unserem Naturell passt. Wir sind kein Start-up-Unternehmen. Aber die Methoden des Business Model Canvas ermöglichen uns, in der Frühphase einer Lösung oder eines neuen Geschäftsmodells mit der Agilität eines Start-ups die Irrwege von den erfolgversprechenden zu trennen und für unsere Kunden Technologien zur Verfügung zu stellen, die ihre Erwartungen treffen. Auch wenn wir nicht wirklich zum Mond fliegen, ein bisschen Moonshot ist inzwischen in vielen unserer Lösungen.

Über den Autor

 Industrie 4.0 und digitale Transformation sind die Schlagwörter meiner Tätigkeit. Die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, die Konzeption und die methodische Begleitung der Workshops intern wie auch extern: das ist meine Welt. Zumindest ein wichtiger Teil davon. Der andere Teil von mir schmökert gerne in analogen Büchern, kocht gerne mit Freunden und philosophiert am Küchentisch.

 

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