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Bei der Studien- und Berufswahl von Sarah Pyritz wurde der Stein bereits in der Kindheit gelegt. Das technische Interesse des Vaters ging auf die Tochter über und so entschied sich Sarah für ein Ingenieursstudium.

„Warum ich gerne Ingenieurin bin“ – so heißt unsere neue Reihe, in der wir euch Ingenieurinnen von Phoenix Contact vorstellen. Sie berichten aus ihrem Berufsalltag und erläutern ihre Beweggründe, wieso sie sich für die Laufbahn in einem technischen Beruf entschieden haben. Wir möchten damit einen Beitrag dazu leisten, dass die Technik in Deutschland weiblicher wird.

Die ersten Schritte

Mein Vater, ebenfalls Ingenieur, hat immer viel gebastelt, an Autos, Elektrogeräten oder auch Modellfahrzeugen. Logischerweise war ich als Kind immer mit dabei und wollte mithelfen. Mein erstes eigenes Modellauto bekam ich, als mein Vater sich einen Modellhubschrauber gebaut hat. Ich glaube, er wollte nicht, dass ich an dem Hubschrauber irgendwas kaputt mache.

Auch in der Schule fand ich Mathe und Physik immer gut. Ich mochte die klaren Strukturen aus Formeln, die mir den Weg zur Lösung zeigen. Ich musste sie nur richtig anwenden. Wobei ich zugeben muss, dass mir Deutsch als Fach auch wirklich Spaß gemacht hat. Ich mochte es sehr, durch die Literatur in verschiedene Welten einzutauchen und die Schönheit der Sprache zu entdecken. Für mich war recht früh klar, dass ich Abitur mache und studieren gehe. Dass es was Technisches werden sollte, wurde in der Oberstufe deutlich. Da überwog mein Interesse an Mathe und Physik. Entschieden habe ich mich dann für Maschinenbau. Elektrotechnik stand auch zur Auswahl, aber dass man Strom nicht sehen kann, hat mir damals nicht so behagt.

Im Studium habe ich mich mit meinen nur männlichen Kommilitonen von Anfang an gut verstanden.  Ich war die einzige Frau und habe einfach dazu gehört. 2007 war es dann soweit – ich hatte mein Diplom und war endlich bereit für den Arbeitsmarkt.

Äpfel und Birnen? Nein, Kiwi!

Das Gute an einem Ingenieursstudium ist, dass danach der Berufsweg sehr vielfältig sein kann. Viele fangen nach einem Maschinenbaustudium einen Job als Konstrukteur oder Konstrukteurin an. Während des Studiums hatte ich als Werksstudentin in einer Konstruktionsabteilung gearbeitet, entschied mich dann aber anders und wurde Beraterin für CAD-Software. Fünf Jahre lang habe ich viele verschiedene Firmen und Arbeitsweisen gesehen und viel gelernt. Dabei habe ich selten andere Ingenieurinnen getroffen. Ich war immer die Kiwi unter Äpfeln, doch ein Problem war das nie. Mit Humor und ganz viel Wissen habe ich mich immer behauptet.

2012 habe ich als Produktmanagerin für Relais bei Phoenix Contact angefangen. Nun war ich doch im Bereich Elektrotechnik gelandet und musste mich mit dem unsichtbaren Strom auseinandersetzen. Zusätzlich habe ich viel über Produkt- und Projektmanagement gelernt. Mittlerweile leite ich bei uns in Deutschland das Vertriebsmarketing für die Elektronikprodukte. Dafür habe ich mich in das Thema Marketing eingearbeitet und gelernt, wie man Mitarbeitende führt. Die Technik an sich ist für mich ein Stück in den Hintergrund gerückt. Dafür kann ich aber meine zweite Leidenschaft aus der Schulzeit mehr in meinen Arbeitsalltag integrieren: Zum Beispiel schreibe ich Texte für unseren Kunden-Newsletter, unsere Webseite und Social Media.

Zudem zeige ich auf Messen oder virtuellen Veranstaltungen allen Interessierten unsere Produkte und erkläre, wo und wie sie eingesetzt werden. Zum Beispiel sind unsere Ladestecker ein wichtiger Baustein für die Elektromobilität. Oder unsere Energiemessgeräte sorgen dafür, dass Produktionen effizienter betreiben werden können. Die klassische Entwicklungsingenieurin bin ich nicht geworden, aber ich bin trotzdem stolz auf meine Arbeit. Ich leiste einen Beitrag dazu, mit unseren Produkten die Industrie ein Stückchen besser und die Welt somit lebenswerter machen.

Außerdem bin ich Vorsitzende unseres Netzwerks für Frauen in technischen Berufen bei Phoenix Contact. Dort tauschen wir uns regelmäßig aus und helfen uns gegenseitig bei Projekten und Themen. Denn auch, wenn Frauen in Technik immer noch in der Minderheit sind, sind wir doch mehr, als man oft denkt. Einige meiner Kolleginnen werdet ihr hier noch in weiteren Beiträgen kennen lernen. Das alles könnte ich nicht machen, wenn ich nicht ein Ingenieursstudium gemacht hätte. Es hat die Grundlage gelegt, auf die ich heute immer noch bauen kann. 

Mehr Beiträge von Ingenieurinnen bei Phoenix Contact lest ihr hier:
Als Ingenieurin steht einem die Welt offen
Vom Clown zur Ingenieurin
Ingenieurin sein heißt meist noch etwas „Besonderes“ sein
Ingenieurin mit Spürnase

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2 Kommentare

  1. Beatriz Garcia

    Schöner Text und spannende Geschichte über eine tolle Frau 🙂