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Sophia Bulmahn ist seit ihrem Dualen Studium Ingenieurin bei Phoenix Contact. Lest im Interview alles über ihren Weg zu einem technischen Beruf und zu Phoenix Contact.

„Warum ich gerne Ingenieurin bin“ – so heißt unsere neue Reihe, in der wir euch Ingenieurinnen von Phoenix Contact vorstellen. Sie berichten aus ihrem Berufsalltag und erläutern ihre Beweggründe, wieso sie sich für die Laufbahn in einem technischen Beruf entschieden haben. Wir möchten damit einen Beitrag dazu leisten, dass die Technik in Deutschland weiblicher wird.

Du hast bei Phoenix Contact ein Duales Studium absolviert. War das als gebürtige Blombergerin schon immer dein Plan?

Nein. Ich wollte ursprünglich Journalistik studieren und habe daher mit 16 ein Praktikum im Bereich Presse und Öffentlichkeitsarbeit bei Phoenix Contact gemacht. Ein halbes Jahr später rief mich die Leiterin der Abteilung an und fragte mich, ob ich mir ein Duales Studium vorstellen könnte. Ich hätte im Praktikum einen guten Eindruck gemacht und ja auch ein gutes technisches Verständnis. Das kam zum Teil auch daher, dass mein Vater selbst Techniker und auch Privatpilot ist. Daher habe ich große Teile meiner Kindheit auf dem Flugplatz in teils doch sehr technischer Umgebung verbracht und auch selbst einen Flugschein gemacht.

Kurz darauf führte ich also ein Telefonat mit der Verantwortlichen für Dual Studierende über die Möglichkeiten des Dualen Studiums bei Phoenix Contact. Produktionstechnik klang dabei spannend für mich, denn dabei ging es nicht nur um ein technisches Studium, sondern auch um Studienfächer wie Produktionsplanung und auch etwas Wirtschaft. Den Ansatz des Dualen Studiums, Theorie und Praxis zu verbinden, fand ich sehr gut. Zu der Zeit, das war 2006, gab es nicht viele deutsche Unternehmen, die das anboten.

Zu Phoenix Contact wollte ich ursprünglich nicht, weil ich aus Blomberg kam und die weite Welt erkunden wollte. Ich habe mir daher noch andere Unternehmen angeschaut, aber da habe ich teils unter 100 Auszubildenden und Studierenden keine einzige Frau gesehen. Bei Phoenix Contact allerdings schon. Daher habe ich mich letztendlich doch mit Überzeugung für das Unternehmen in meinem Heimatort entschieden.

Wie lief dein Studium der Produktionstechnik ab?

Einem Dualen Studium liegt immer ein Ausbildungsberuf zugrunde. In meinem Fall war das eine Ausbildung zur Industriemechanikerin. Das Studium ging dann erst nach dem ersten Ausbildungsjahr los. Da ich im Abitur den Leistungskurs Chemie hatte, habe ich mich später im Studium auf Kunststofftechnik spezialisiert. Von knapp 30 Studierenden haben am Ende 15 das Studium abgeschlossen. Die ganze Zeit über war ich dabei die einzige Frau. Mir hat das aber nichts ausgemacht. Ich habe es eher als Bonus gesehen, weil man doch meist noch etwas „Besonderes“ ist.

Nach dem Dualen Studium bist du als Ingenieurin bei Phoenix Contact geblieben. Mit welchem Job bist du gestartet und welche Aufgaben hast du jetzt?

Nach dem Studium habe ich in der Business Unit Marking and Identification im Produktmarketing gearbeitet. Dort habe ich die Markteinführung eines Lasermarkierungsgeräts koordiniert und später eine Rolle als strategische Projektleitung übernommen. In dieser Rolle gehörten auf einmal auch Softwareentwicklung und digitale Daten in meinen Zuständigkeitsbereich, was dann zu einer Stelle als Projektleiterin für Digitalisierung und Engineering auf Business Area-Ebene führte. Mit dieser Rolle bin ich dann in die neue gegründete Business Unit Industrial Cabinet Solutions gewechselt, die sich rund um das perfekte Produktportfolio im Schaltschrankbau von der Planung bis in die Produktion aufbaut.

Seit dem 1. Juni habe ich dort die Abteilungsleitung mit einem fantastischen Team für das Produktmarketing übernommen. Wir analysieren unsere Branchen und Märkte, um Produkte und Dienstleistungen nachfrageorientiert zu entwickeln, zu vermarkten und über den gesamten Lebenszyklus zu betreuen. Dies beinhaltet die Beobachtung unserer internationalen Absatz- und Umsatzzahlen, die Veränderungen von Produkten oder aber auch die Produktabkündigung.

Ingenieurin Sophia Bulmahn bei Videodreh
Videodreh für einen Teaser zur Bewerbung der Dialog Days in Social Media

Nebst dem Produktmarketing liegt auch das Thema Customer Service und Support sowie das Thema Consulting bei uns in der Abteilung. Beispielsweise beraten wir Schaltschrankbauer, um deren Prozesse effizienter zu gestalten. Unser Team fährt dann zum Kunden, schaut sich die Arbeitsweisen an und erarbeitet gemeinsam mit dem Kunden Verbesserungsvorschläge. Diese enthalten dann natürlich gerne auch Produkte aus unserem Portfolio (zwinkert).

Meine Stelle als Abteilungsleiterin vereint für mich optimal mein technisches Bachelorstudium mit meinem Master im Bereich Strategisches Management, den ich nach dem Dualen Studium in Schottland absolviert habe.

Aktuell sind nur rund 18 Prozent aller erwerbstätigen Ingenieure und Ingenieurinnen Frauen. Was möchtest du jungen Frauen mit auf den Weg geben, die sich noch in der Berufsorientierung befinden?

Man sollte sich bei der Berufsfindung nicht nur darauf konzentrieren, was man vermeintlich kann, sondern auch darauf, wohin man mal will. Ich wollte beispielsweise einen internationalen Job haben, in dem man auch reisen kann. Außerdem wünschte ich mir einen sicheren Job in einer wachsenden Branche und ein gutes Gehalt. Ingenieure und Ingenieurinnen werden einfach immer gesucht, daher habe ich in dem Beruf großes Potenzial gesehen.

Als Frau hat man in einem technischen Beruf aktuell ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal. Ich persönlich genieße das auch ein wenig. Ich mag es, Leute mit meinem technischen Hintergrund zu überraschen.

Ansonsten ist meine Botschaft an alle jungen Frauen da draußen: Wenn ihr nur das kleinste Interesse verspürt, beruflich in Richtung Technik zu gehen, dann probiert es einfach aus. Ihr werdet überrascht sein, wie vielfältig und spannend die Möglichkeiten in diesem Umfeld sind. Ein Technikstudium ist eine super Grundlage, worauf ihr euren weiteren beruflichen Weg aufbauen könnt.

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