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Nachdem sie als Kind immer Clown werden wollte, wusste Katrin Petters doch recht früh, dass sie etwas mit Technik machen wollte. Somit war der nächste Traumberuf klar: Ingenieurin (zumindest als sie dann wusste, wie man es schreibt). Im Blogbeitrag erfahrt ihr mehr über ihren Beruf.

„Warum ich gerne Ingenieurin bin“ – so heißt unsere neue Reihe, in der wir euch Ingenieurinnen von Phoenix Contact vorstellen. Sie berichten aus ihrem Berufsalltag und erläutern ihre Beweggründe, wieso sie sich für die Laufbahn in einem technischen Beruf entschieden haben. Wir möchten damit einen Beitrag dazu leisten, damit die Technik in Deutschland weiblicher wird.

Mein Vater ist Ingenieur und ich erkenne in dieser Blogreihe langsam, aber sicher ein Muster, denn auch Annas und Sarahs Väter sind Ingenieure. (Falls ihr euch ihre Geschichten noch nicht durchgelesen habt, tut dies unbedingt). Jedenfalls haben mein Vater und mein Opa immer am Haus und am Auto gebastelt und ich habe mitgemacht. Für Probleme Lösungen zu finden, war immer ein Ansporn für mich. Ich habe nicht aufgehört, bis ich eine Lösung gefunden habe.

Auch in der Schule stellte sich schnell heraus, dass Mathe mein Lieblingsfach war. Grundsätzlich war ich keine Überfliegerin in der Schule. Mathe war zwar mein liebstes Fach, aber es kam mir auch nicht einfach so zugeflogen. Ich musste viel dafür lernen. Glücklicherweise hatte ich jemanden zuhause, der mir – manchmal mit großer Geduld – Nachhilfe geben konnte. Aber nur, weil man etwas nicht auf Anhieb versteht, heißt es nicht, dass man das nicht kann. Besonders faszinierend daran finde ich, dass Mathe logisch aufgebaut ist. Es gibt häufig mehrere, unterschiedliche Wege, die zum Ziel führen, welches dann aber eindeutig ist.

Die Mischung macht’s

Ich wusste also recht früh, dass ich etwas Technisches studieren wollte – die Frage war: was denn überhaupt? Ich hatte bereits ein Praktikum im Produktmanagement gemacht und fand den Bereich sehr interessant. Als ich dann auf meiner Recherche den Studiengang „Sales Engineering and Product Management“ an der Ruhr-Uni in Bochum gefunden habe, wusste ich, dass das mein Studiengang ist. Der Mix aus 70 % Maschinenbau und 30 % vertriebs- und wirtschaftsorientierten Fächern hat mich sehr angesprochen und mir den Blick über den Tellerrand der reinen „Technik“ ermöglicht. Im Studium merkte ich recht schnell, wie richtiges Lernen für mich funktioniert und wie viel Spaß das Lernen machen kann, wenn ich größtenteils nur noch Veranstaltungen besuche, die wirkliches Interesse in mir wecken.

Direkt nach meinem Studium habe ich als Ingenieurin im Vertriebsmarketing bei Phoenix Contact Deutschland begonnen. Ich bin dort zuständig für die Produkte, die in der Prozessindustrie eingesetzt werden. In meiner vorherigen Laufbahn hatte ich noch nie was von diesen Themen gehört. Aber eine Sache, die ich im Ingenieursstudium gelernt habe, ist das Aneignen neuer Themen und das Finden von Informationen. Es war eine Herausforderung, welcher ich mich gerne gestellt habe und die ich gut gemeistert habe.

Grundsätzlich bin ich für den oben genannten Produktbereich verantwortlich. Das beinhaltet u. a. die Vermarktung der Produkte. Vereinfacht dargestellt: Ich versetze mich in den Kunden oder die Kundin und überlege mir, wieso diese Person unbedingt unsere Produkte kaufen sollte. Des Weiteren bin ich die Ansprechpartnerin, wenn es um technisch tiefergehende Fragen zum Produkt geht. Auch nehme ich Markt- und Produktanforderungen auf und gebe diese an das Produktmarketing weiter. Wenn neue Produkte entwickelt und vertriebsfähig sind, präsentiere ich diese dem Vertrieb, damit dieser geschult ist und losziehen kann, die Produkte zu verkaufen. Es macht mir Spaß, die Präsentationen inhaltlich, aber auch optisch entsprechend aufzubereiten. Aber die größte Freude habe ich, wenn ich auf der Bühne stehe und präsentiere – egal, ob in Präsenz oder seit neuestem digital vor einer Kamera. Ich bin einfach eine kleine Rampensau geworden und damit doch wieder ein bisschen bei meinem Wunsch, Clown werden zu wollen, angekommen.

Technik ist nicht nur für Jungs

Neben meiner Haupttätigkeit bei Phoenix Contact bin ich auch in dem Frauennetzwerk ing’enious aktiv. Dort habe ich das Schulprojekt ing’fluencer@school mit geplant und aufgebaut. Mit diesem Projekt gehen wir in der Region an die Schulen und möchten Mädchen für Technik begeistern. Wir haben einen LED-Würfel, dessen Schaltung erst einmal auf einem Breadboard nachgebaut wird. Dann bauen die Schülerinnen und Schüler den LED-Würfel zusammen und können diesen behalten. Wir appellieren in den Klassen besonders an die jungen Schülerinnen und Schüler, dass Technik nicht nur was für Jungs ist. Es sollte in Zukunft (eigentlich auch jetzt in der Gegenwart) etwas ganz Normales sein, Frauen in technischen Ausbildungen und Berufen zu sehen.

Da ich selbst zwei Mädchen zu Hause habe, finde ich es wichtig, das traditionelle Rollenbild in der Familie zu erweitern und zu erneuern. Mädchen und Jungen sollten gezeigt bekommen, was für Möglichkeiten es in der Verwirklichung von Familie und Beruf gibt, wenn sich Partner und Partnerin als ebenbürtig sehen. Meine Hoffnung besteht darin, dass es in Zukunft gelebte Normalität ist. Wichtig ist dabei immer: Traue dich, das zu machen, was du machen möchtest, und finde etwas, was dir Spaß macht. Wenn man mit Freude und Ehrgeiz dabei ist, dann wird das schon 😉.

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