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Die Pandemie hat auch unseren Alltag als Industrieunternehmen auf den Kopf gestellt. Wir haben uns vielen neuen Herausforderungen stellen müssen. In Blogbeiträgen aus verschiedenen Unternehmensbereichen zeigen wir euch, was wir dabei gelernt haben.

In diesem Beitrag blicken wir in die berufliche Weiterbildung. Seit dem Ausbruch des Corona-Virus haben sich immer mehr Lebensbereiche in den digitalen Raum verlagert. Auch in der Weiterbildung ist das der Fall. Das Angebot für Online-Trainings schnellte während der Corona-Pandemie rapide in die Höhe – so auch bei Phoenix Contact. Heute können wir sagen, dass Corona das Online-Lernen bei uns im Unternehmen maßgeblich beschleunigt hat. In diesem Blogbeitrag erzähle ich euch, wie wir als Unternehmen aus dem Bereich Professional Education (PED) reagiert haben und was wir aus der Krise mitnehmen.

Neue Normalität

„Alle Präsenztrainings werden vorerst abgesagt.“ Diese Entscheidung hat Phoenix Contact Anfang März dieses Jahres als Reaktion auf die Verbreitung der Corona-Pandemie getroffen. Als dann auch alle Beschäftigten ins Mobile Arbeiten geschickt wurden, war das Trainingcenter in Schieder-Schwalenberg wie leergefegt. Das war ein ungewohntes Bild für uns alle, wenn man bedenkt, dass sich an einem normalen Arbeitstag – ohne Corona – bis zu 150 Lernende täglich auf unserem Campus bewegen. Zu dem Zeitpunkt konnte keiner ahnen, dass Online-Seminare noch für Monate oft die einzige Fortbildungsmöglichkeit bleiben würden.

Keine Weiterbildung war keine Option

Trotz aller Einschränkungen durch das Virus war uns schnell klar: Der Verzicht auf Weiterbildung ist keine Option. Die Idee, einen Online-Campus zu gründen, war schnell geboren. Und der Idee folgten Taten. Der #PEDOnlineCampus wurde zügig umgesetzt: Ein Inhouse-Lernangebot für unsere Mitarbeitenden bestehend aus E-Learnings, Online-Seminaren und Live-Online-Trainings. Zugegeben, anfangs war das vorhandene digitale Angebot sehr übersichtlich. Doch es dauerte nicht lange und der Online-Campus wurde gefüllt mit vielfältigen virtuellen Lernformaten. Teils wurden Präsenzseminare auf Live-Online-Trainings umgestellt, teils sind ganz neue Formate und Themen entstanden.

Selbst in den Phasen der Kurzarbeit konnten sich unsere Mitarbeitenden weiterbilden und sich für die Herausforderungen einer digitalen Zukunft rüsten. Da sich die Kurzarbeit in unserem Unternehmen in der Regel auf den Freitag konzentriert hat, haben wir den Educational Friday ins Leben gerufen. An diesen Freitagen wurden den Beschäftigten kostenfreie oder vergünstigte Trainings und digitale Sprechstunden angeboten – zur freiwilligen Nutzung. Diese Vorgehensweise haben wir frühzeitig mit der Agentur für Arbeit abgestimmt.

Corona hat das Online-Lernen verändert

Unser digitales Trainingsangebot reicht heute von 1,5-stündigen Lern-Nuggets über Ganztagestrainings bis hin zu kompletten Online-Ausbildungen bestehend aus mehreren Modulen. Neben Pflichtschulungen stehen unseren Lernenden seit Monaten diverse Technologie-, IT- und Softskill-Trainings im Live-Online-Format zur Verfügung. Sogar aktive Pausen mit Workouts gegen den Bewegungsmangel sind Teil unseres Programms. Nach unserer Beobachtung sind kurze Lern-Nuggets im Live-Online-Format bei den Lernenden besonders beliebt. Und die Zeitersparnis beim Lernen ist beträchtlich.

Online Lernen
Train-the-Trainer-Ausbildung im Online-Format

Bei der Bewältigung der neuen Herausforderungen hat uns die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit unserer langjährigen, externen Trainingspartner geholfen. Aber auch immer mehr Mitarbeitende bieten Online-Trainings für ihre Kolleginnen und Kollegen an. Zu dieser positiven Entwicklung hat nicht zuletzt unsere interne Online-Trainer-Ausbildung beigetragen, die bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie Teil unseres Weiterbildungsportfolios war. Das technische Fundament bilden die Kooperations-Tools Microsoft Teams und Adobe Connect, auf die wir glücklicherweise bereits zu Beginn der Pandemie zugreifen konnten.

Blick Richtung Zukunft

Unser Menü von Bildungsangeboten ist vielfältiger geworden. Diesen Eindruck haben wir auch mit Blick auf die externe Trainingslandschaft. Was nur ein kurzer Trend sein könnte und welche möglichen Langzeitwirkungen zu erhoffen sind, lässt sich heute schwer beurteilen. Es braucht jedoch keinen Blick in die Glaskugel, um festzustellen, dass in manchen Lernfeldern Präsenzseminare (noch) nicht wegzudenken sind, während sich in anderen Online-Formate einfach besser eignen.

Online- und Präsenztrainings

Daher denke ich, die Zukunft gehört einer guten Kombination aus Online- und Präsenzlernen, je nach Anforderungen und der aktuellen Lebensphase der Lernenden.

Ein Lernpfad im gemischten Format wird flexibel und pädagogisch-didaktisch an die Lernenden angepasst, damit die Trainingsinhalte besser munden können. Die Weiterbildung lässt sich über einen längeren Zeitraum strecken, sodass der Transfer in die Praxis stärker gefördert wird.

Zusätzlich eröffnet die örtliche und zeitliche Flexibilität Global Playern wie Phoenix Contact mehr Möglichkeiten, Beschäftigte weltweit zu trainieren und mit Fachwissen zu versorgen. Unsere Erfahrung der letzten Monate zeigt auch, dass viele Beschäftigte zuhause nicht nur effizient arbeiten, sondern auch effizient lernen können.

Eine spannende Frage bleibt: Wie kann digitale Bildung auch für Personen mit geringer Selbstmotivation interessant gemacht werden? Teilt gern eure Ideen und hinterlasst uns ein Kommentar.

Corona versetzte auch unsere Auszubildenden und Dual Studierenden in die Mobile Arbeit – und das ausgerechnet während der Projektarbeit! Wie die Studierenden ihre Projekte trotzdem gemeistert haben und was dabei herausgekommen ist, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

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