Während viele Mitarbeitende die letzten Monate größtenteils in der Mobilen Arbeit verbracht haben, haben einige von uns vor Ort die Stellung gehalten. Bereiche wie Produktion, Logistik oder das Facility Management können nicht von zuhause arbeiten. Wie lief die Arbeit auf dem Campus und wie haben wir die Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen sichergestellt?

Die Pandemie hat auch unseren Alltag als Industrieunternehmen auf den Kopf gestellt. Wir haben uns vielen neuen Herausforderungen stellen müssen. In Blogbeiträgen aus verschiedenen Unternehmensbereichen zeigen wir euch, was wir dabei gelernt haben.

Digitale Schichtübergabe

In einem Produktionsgebäude am Standort in Bad Pyrmont hat spontan die Digitalisierung Einzug gehalten. „Aus der Not heraus“, wie Teamleiter Marco Schröder betont, denn seit virale Übertragungswege gekappt werden müssen, liegt zwischen den Schichten eine Viertelstunde, damit sich die Kollegen nicht physisch begegnen. Es wurde sogar eine Nachtschicht eingeführt, die es vorher nicht gab.

Damit sich die Mitarbeitenden, die sich freiwillig für die Nachtschicht gemeldet haben und diese dauerhaft besetzen, nicht abgeschnitten fühlen und Informationen aus erster Hand erhalten, begrüßt Marco Schröder den Schichtleiter und Mitarbeitende nun zwei Mal wöchentlich per Videotelefonat. Zunächst war ein Podcast-Format angedacht, das um 22:00 Uhr gezeigt werden sollte. Ihm sei es aber wichtig, direkte Reaktionen zu erhalten, besser noch einen Austausch. So klingen Themen an, wie neue Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus, aber auch produktionstechnische Details zu Materialfluss und Anforderungen an die Schicht.

Arbeiten vor Ort in Zeiten von Corona
Marco Schröder und Christian Merk bei der Schichtübergabe

Ohne große Hürden kommunizieren die Kolleginnen und Kollegen jetzt online. Dafür wurde ein Besprechungsraum kurzerhand mit Beamer und Übertragungstechnik ausgestattet. Für das Führungsteam der Kunststofffertigung ist wichtig, mit der Mannschaft in den Dialog zu treten und keine Einbahnstraßen-Kommunikation zu führen. So können die Verantwortlichen einerseits Wertschätzung zeigen, aber andererseits auch spüren, wo der Schuh drückt, und diese Themen vertiefen.

Schichtleiter Christian Merk, der diesseits des Videotelefonats sitzt, ist begeistert von den Möglichkeiten: „So kommt nicht das Gefühl auf, abgeschnitten zu sein und das Zusammengehörigkeitsgefühl bleibt erhalten.“ Entgegen der Annahme, Digitalisierung sei schwer im Produktionsumfeld umzusetzen, läuft diese Maßnahme reibungslos und wird von allen Seiten gut angenommen. Allerdings steht und fällt der Erfolg mit dem Engagement der jeweiligen Führungskraft. Für Marco Schröder keine Frage: „Das ist für mich New Work.“

Begegnungen vermeiden

Daniel Bartling

Auch am Hauptstandort in Blomberg hat man früh die Schichten entzerrt. „Die Vorschicht muss eine halbe Stunde eher gehen, damit wir uns nicht begegnen. So minimieren wir das Risiko, uns gegenseitig anzustecken“, erläutert Daniel Bartling, Verfahrensmechaniker in der Spritzgussfertigung. Mit dem Infektionsrisiko sinkt aber auch der menschliche Austausch. „Wir versuchen das zu umgehen, indem wir die Schichtübergabe in einem Dokument festhalten. Darin informieren wir die Folgeschicht über alles Wichtige. Aber es ist nicht das gleiche wie ein persönliches Treffen zur Übergabe.“ Daniel Bartling nimmt es gelassen: „Momentan geht es einfach nicht anders. Das Ganze dient ja unserem Schutz. Aber ich freue mich schon darauf, wenn endlich alles wieder seinen normalen Gang geht und wir uns untereinander wieder vernünftig begrüßen können.“

Christoph Möhlenbein

Im Facility Management hat man sich ebenfalls entschieden, die Schichten voneinander zu trennen. „Sollte in einem Team jemand erkranken, müssen genug Kollegen da sein, um den Service aufrechtzuerhalten.“, berichtet Christoph Möhlenbein, Gruppenleiter im Facility Management am Hauptstandort Blomberg.

Seit Ausbruch der Coronakrise ist viel zu tun für ihn und seine Truppe, vor allem in puncto Reparatur. Warum gerade jetzt so viele Störungen sind, kann er sich auch nicht erklären. „Wer gedacht hätte, es ist ruhiger, der irrt sich. Wir haben derzeit mehr Aufträge als vorher.“  Dazu kommt, dass jetzt vieles schriftlich vermittelt werden muss, weil sich die Schichten nicht mehr treffen. „Es ist schon was ganz anderes, wenn man nicht mehr direkt miteinander spricht, man sich nicht sieht. Da gibt es mehr Nachfragen.“ Auch Telefon- oder Videokonferenzen sind kein Ersatz für ein echtes Gespräch von Angesicht zu Angesicht. Darauf freuen sich alle Mitarbeitenden, egal ob Kolleginnen und Kollegen vor Ort oder die mobil Arbeitenden.

Gruppenleiter Oliver Beckmann, ebenfalls Facility Management, hat sogar eine Spätschicht eingeführt, die es vorher nicht gab. „Wir arbeiten sonst in der normalen Gleitzeit“, erklärt er. Auch die Wochenenden mussten neu geplant werden. „Als die ganze Situation mit Corona losging, haben wir zunächst keine Wartungen an den Wochenenden mehr gemacht. Irgendwann mussten sie dann aber wieder sein, um die Anlagenverfügbarkeit sicherzustellen. Die Wochenendarbeit läuft bei uns aber auf freiwilliger Basis, es wird keiner zu einem Wochenenddienst gezwungen.“

Oliver Beckmann (Mitte) mit seinen Kollegen Detlef Ostermann (rechts) und Luis Fernandez (links)

Mit der Schichtarbeit ist es mittlerweile vorbei: „Die Mitarbeiter haben die Maßnahmen anstandslos angenommen und umgesetzt. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Das Familienleben rückt bei Spät- und Wochenendarbeiten aber in den Hintergrund. Umso wichtiger ist es, dass im Sommer- und Herbsturlaub alles wieder aufgeholt werden konnte und kann.“

Führen aus der Ferne

Wie Führung in der Mobilen Arbeit funktioniert, berichtet Detlef Kloke, Bereichsleiter Marketing & Technical Sales in der Phoenix Contact Deutschland GmbH, in seinem Blogbeitrag.

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