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Der letzte Beitrag zu „Franks Gebäude“ ist schon etwas her. Doch wer ihn etwas besser kennt, weiß, dass Stillstand für Frank undenkbar wäre. Findet im Blogbeitrag heraus, welche Ideen Frank und sein Team im Bereich Gebäudemanagement umgesetzt haben und was sich davon schon bewährt hat. Viel Spaß!

Wenn Mülleimer ihren Füllstand melden und Wischroboter sich den Aufzug auf die passende Etage rufen, dann ist Digitalisierung in der Gebäudetechnik eingezogen. Nur ein kurzer Trend? Wenn es nach Frank Schröder geht, ist Building IoT die Zukunft, in der wir morgen arbeiten. Als Facility Manager ist er ganz nah dran am Thema Building. Intrinsisch motiviert, hat er sich auch mit dem Internet of Things (IoT) beschäftigt. In „seinem“ Gebäude bei Phoenix Contact setzt er globale Megatrends wie Industrie 4.0, Big Data und Data Analytics in der Gebäudetechnik um. Für diese Reihe plaudert er aus dem Nähkästchen.

Auch wenn zur Zeit viele Messen und Veranstaltungen verschoben werden, die Welt dreht sich weiter. In meinem vierten Blogbeitrag möchte ich mal einige Praxisbeispiele beschreiben, die wir im Bereich Facility Management zusammen mit anderen Unternehmen testen und entwickeln. Alles beginnt mit einer ersten Ideen, von der wir uns Effizienz in unseren Abläufen versprechen. Diese Ideen denken wir weiter, setzen sie konkret um und testen sie schließlich. Hier mal drei Beispiele etwas genauer betrachtet:

Der intelligente Mülleimer von Hailo  

Drei von diesen „Hailo Smart Waste“-Abfallbehälter stehen bei Phoenix Contact am Standort in Bad Pyrmont (Niedersachsen). Der Behälter erfasst selbst seinen Füllstand und kann mit diesen Daten, die in der Cloud liegen, und mithilfe einer künstlichen Intelligenz den Zeitpunkt berechnen, wenn es am günstigsten ist, ihn zu entleeren. Für die Techniker: Wir haben die Behälter über ein LoRaWAN Gateway und einer REST-API an das IoT-basierte Gebäudeleitsystem Emalytics angebunden. Wenn jetzt der selbstfahrende Reinigungsroboter autarke Reinigungen durchführt, ist die Info wichtig, wann der Mülleimer wieder geleert werden sollte. Per Push-Mitteilung informiert, optimiert dies die Laufwege und trägt so zu einem wirtschaftlich optimierten Betrieb des Unternehmensgebäudes bei. 

Hailo Abfallbehälter mit technischen Daten

Parkraumoptimierung 

Mithilfe des Unternehmens SO NAH Parking möchten wir erfahren, wie ausgelastet unser Besucherparkplatz ist. Durch vier Sensoren, die wir an der Außenbeleuchtung am Besucherparkplatz angebracht haben, wissen wir, welcher Stellplatz auf unserem Parkplatz belegt ist und wie viele freie Parkplätze noch zur Verfügung stehen. Zukünftig möchten wir diese Information per App zur Verfügung stellen. So können sich Besucher im Vorfeld informieren, welche Parkplätze zur Verfügung stehen. Ladesäulen für Elektroautos können dabei ebenfalls berücksichtigt werden, falls der Besucher elektrisch unterwegs ist. Hier könnt ihr sehen, wie das Ganze dann konkret aussieht. Roter Punkt = ein Auto, grüner Punkt = der Platz ist frei. Cool, oder?

Bluetooth-Pflanzensensoren 

Wir haben hier am Standort über 150 Hydrokulturen in den Fertigungs- und Bürobereichen. Diese werden wöchentlich gepflegt und bewässert. In einigen Hydrokulturen haben wir Sensoren untergebracht, die Informationen wie Temperatur, Helligkeit, Düngergehalt und Feuchte per Schnittstelle in das IoT-basierte Gebäudeleitsystem Emalytics liefern. Aus den Daten leiten wir Empfehlungen ab und stellen diese dann dem Dienstleister, der für die Pflege zuständig ist, per Mail zur Verfügung. Wir gehen davon aus, dass wir den Pflegeaufwand mit dem System um 40 % reduzieren können. 

Der Wandel der Zeit im Gebäudemanagement

Außerdem testen wir Besprechungsraumbeleuchtungen, die nur noch mit einem IP-Datenkabel verbunden sind. Über das Kabel bekommt die Leuchte ihre Energie und die Kommunikation – POE (Power-over-Ethernet). Die Leuchten sind über Sensoren verschiedenster Art modular erweiterbar (Thermopile, Beaconing, Schalldruck, People Counter etc.). Durch die hintergelagerten Cloud- und Softwaredienste ist ein umfassendes Licht-, Energie- und Flächenmanagement sowie Monitoring und Indoor-Navigation möglich. Ein weiteres Stichwort ist die Datenübertragung über frequenzmoduliertes Licht und Infrarot mit Endgeräten (z. B. Smartphone) zur Anwendung im Bereich Internet und Netzwerk. 

Gebäudemanagement im Facility Management - Alle Daten auf einem Blick per Smartphone

Auch das Smartphone bekommt im Facility Management eine immer größere Bedeutung. Neben der Indoor Navigation und dem Einsatz einer Augmented-Reality-Brille zeigen wir weitere Anwendungen. Man kann mit dem Handy in das Gebäude schauen und sieht beispielsweise Lüftungskanäle, die eigentlich in der Decke liegen, die Beleuchtung und deren Energieverbrauch sowie Typ und Hersteller der Leuchte. 

Virtuelle Anwendung um Informationen zum Gebäude zu erhalten

Wir sprechen beim Thema Digitalisierung in der Liegenschaft und im Gebäude immer von dem digitalen Zwilling. An diesen Beispielen lässt sich gut erkennen, auf welchem Weg wir uns gerade befinden. Das alles sind konkrete Praxisbeispiele für Megatrends wie Big Data oder Internet of Things und damit Innovationstreiber, auch für das Facility Management. Unser Ziel ist es, mit den auf einer Plattform bereitstehenden Daten einen Nutzen für das Unternehmen zu erzeugen. Wer sich diese Beispiele mal live anschauen möchte, ist herzlich zu uns nach Bad Pyrmont eingeladen. 

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