Früher in der Schule, wenn der Lehrer sagte „Schreibt mal einen Aufsatz über euren Urlaub“, brauchte ich nicht viel Zeit: „Gut. Gut war der Urlaub.“ Damit war es für mich auch ausführlich genug beschrieben. 

Welche Chancen liegen in der Kommunikation? Wie habe ich das durch einen blöden Zufall verstanden und was habe ich daraufhin in meinem Arbeitsalltag geändert? Im ersten Blogbeitrag bereits angedeutet, geht es heute um das Thema Kommunikation.

Wenn Mülleimer ihren Füllstand melden und Wischroboter sich den Aufzug auf die passende Etage rufen, dann ist Digitalisierung in der Gebäudetechnik eingezogen. Nur ein kurzer Trend? Wenn es nach Frank Schröder geht, ist Building IoT die Zukunft, in der wir morgen arbeiten. Als Facility Manager ist er ganz nah dran am Thema „Building“. Intrinsisch motiviert hat er sich auch mit dem Thema „IoT“ beschäftigt. In „seinem“ Gebäude bei Phoenix Contact setzt er globale Megatrends wie Industrie 4.0, Big Data und Data Analytics in der Gebäudetechnik um. Für diese Reihe plaudert er aus dem Nähkästchen. 

Frank bei der WAVE Trophy
Frank bei der WAVE Trophy 2013

Über Schlüsselmomente

2013 bin ich mit meinem Kollegen und Namensvettern auf die Idee gekommen, mit dem Elektroauto durch die Alpen zu fahren. In zehn Tagen 1.800 km, von Wien über den Großglockner bis nach Zürich. Und am Ende standen wir von 35 Teilnehmern auf dem ersten Platz der größten E-Mobil-Rallye der Welt – der WAVE Trophy. Nach zehn Stunden Ladezeit eine Reichweite von 160 km – das war der Stand der Technik vor gerade mal sieben Jahren. Nach einem langen Tag im Elektroauto in Österreich checkten wir spät abends in der Unterkunft ein. Erst das Pferd, dann der Reiter. Nachdem wir für das Auto eine Steckdose gefunden hatten, gingen wir an die Rezeption. Eigentlich wollten wir nur den Zimmerschlüssel. Aber: Das Patenkind von der Dame an der Rezeption, Stephanie, wohnte in der Nähe unserer Heimat. Ihr Ehemann arbeitete als Elektriker. Der andere Frank war schon sicherlich zehn Minuten im Gespräch mit den Herrschaften und ich war gefühlt weit vom Übernachtungszimmer entfernt. Ladestecker, Zimmerschlüssel, Gute Nacht war mein Weg. Der nächste Morgen begann sehr früh mit einem Frühstück und den anderen Teams von der WAVE Trophy. 34 Teams hatten Brot zum Frühstück. Wir hatten Brot und Brötchen. Bähm! Das war ein Schlüsselerlebnis für mich. Ich hatte verstanden, welchen Einfluss das Gespräch um den Schlüssel am Vorabend hatte. Nach dem Frühstück hatte sich meine Welt verändert. Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg. 

Kommunikation im Unternehmen
Kaffeeecke am Standort in Niedersachsen

Neue Erkenntnisse. Neue Schwerpunkte.

Diese Erkenntnis hat mich auch als Führungskraft im Facility Management verändert. “Ihr sollt arbeiten und nicht reden“, war vor 30 Jahren noch eine tägliche Aussage im Job. Heute sind mindestens 30 % der Bürofläche des Facility Managements Kommunikationsfläche bei uns.  In vielen Gebäuden richten wir die mit einer Kaffeemaschine ein. Bei der Gestaltung der Gebäude sind uns solche Rückzugsmöglichkeiten wichtig. Sie regen zum Austausch an, minimieren Silodenken und stärken das Gemeinschaftsgefühl. Hier ein kleiner Einblick in unsere Gebäudewelt. Auch die Office-Welt unterstützt diese Veränderung der Kommunikation mit tollen Möglichkeiten. Kommunizieren und Netzwerken ohne räumliche Abhängigkeiten. Dieser Austausch auf Augenhöhe bringt uns in den Projekten weiter. 

Wir haben jeden Montag um 11 Uhr unsere Teamrunde und die darf jeder mal moderieren. Es gibt immer ein „Geschenk der Woche“. Das Geschenk ist eine Sache, die in der letzten Woche nicht optimal lief. Wir packen sie aus und nutzen das Verbesserungspotenzial im Team. Wir besprechen Kennzahlen und stimmen uns für die laufende Woche ab. Alle Fachbereiche sind mit dabei: Arbeitssicherheit, CAD-Zeichnen, Einkauf, Wartung, Energiemanagement, Brandschutz, bis zu den Veranstaltungen, die in den nächsten Tagen am Standort laufen. Über den Tellerrand hinauszuschauen, ist dabei die Aufgabe. Nur so können wir die Erwartungen an uns als Dienstleister erfüllen. 

Ich habe mich sehr über das positive Feedback zu meinem ersten Beitrag der Reihe gefreut. Auch diesmal bin ich auf eure Gedanken gespannt. Im Februar geht es dann weiter mit der Beitragsreihe und wieso Facility Management eigentlich so wichtig ist.

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2 comments

  1. Frank Schröder

    Hallo Frau Hotze, danke für Ihr Feedback auf meinen Blogbeitrag. An den wöchentlichen Teamrunden nehmen alle Mitarbeiter aus dem FM teil. Sowohl die technischen Bereiche wie auch die kaufmännischen Bereiche. Heute sind wir ein Facility Management, vor Jahren nannte man uns noch Betriebstechnik. Und nicht nur der Name hat sich geändert, zu der eher technischen Perspektive früher kommt jetzt noch das Kaufmännische hinzu. Wenn man beide Perspektiven im Griff hat, ist das Ergebnis optimal. Genau um diese Sache geht es in meinem nächsten Blog, der am Montag, den 17.02.2020 hier erscheint. Liebe Grüße Frank Schröder

  2. Dagmar Hotze

    Hallo Herr Schröder,

    prima geschildert!

    Veranstalten Sie diese Teamrunden denn auch für bzw. unter Teilnahme von Immobilienverantwortlichen, etwa dem/der zuständigen Immobilienmanager/in oder Asset Manager/in, damit diese/r in die technischen Prozesse im Gebäude involivert ist bzw. die Zusammenhänge bessser versteht? Gerade im Hinblick auf die Aggregation von Daten und deren Auswertung zur Verbesserung der Gebäudeperformance scheint es mir wichtig, dass vor allem die Kaufleute mit einbezogen werden. Zudem können Sie gemeinsam Ideen für neue Geschäftsmodelle aushecken. Was meinen Sie?

    Viele Grüße und auf bald

    Dagmar Hotze

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