Seit Einbruch der Corona-Pandemie stehen die Gebäude leer. Der Albtraum eines jeden Facility Managers? Könnte man meinen – Frank Schröder wägt aber regelmäßig ab – Chance oder Risiko? Wie seine Entscheidung in diesem Fall ausgegangen ist, lest ihr im Blogbeitrag.

Wenn Mülleimer ihren Füllstand melden und Wischroboter sich den Aufzug auf die passende Etage rufen, dann ist Digitalisierung in der Gebäudetechnik eingezogen. Nur ein kurzer Trend? Wenn es nach Frank Schröder geht, ist Building IoT die Zukunft, in der wir morgen arbeiten. Als Facility Manager ist er ganz nah dran am Thema Building. Intrinsisch motiviert, hat er sich auch mit dem Internet of Things (IoT) beschäftigt. In „seinem“ Gebäude bei Phoenix Contact setzt er globale Megatrends wie Industrie 4.0, Big Data und Data Analytics in der Gebäudetechnik um. Für diese Reihe plaudert er aus dem Nähkästchen.

Anfang 2020 haben mein Team und ich das Angebot genutzt und sind im Rahmen einer ersten Pilotphase auf die Software Teams von Microsoft umgestiegen. Vor diesem Entschluss hatten wir auch hier mal wieder abgewogen – „Chance oder Risiko“? Diese Perspektive hatten wir schon häufiger in den letzten Beiträgen angesprochen und mittlerweile wisst ihr, dass ich persönlich meist eher zur „Chance“ tendiere.   

Anfang März kam dann etwas Neues auf uns zu, was wir vorher so noch nicht kannten. Etwas, das wir uns noch nicht mal so richtig vorstellen konnten. Plötzlich sollten wir uns alle ausschließlich virtuell begegnen und uns nur noch in Chats, virtuellen Gruppen und Videokonferenzen wiederfinden. Eine große Umstellung, denn das soziale Miteinander war schon immer essenziell und erfolgsentscheidend für mich.

Screenshot einer Besprechung via Microsoft Teams
Besprechung im Team via Microsoft Teams

Arbeitsalltag 2.0

Die Coronakrise führte gesellschaftlich zu einigen großen Veränderungen. So auch im vorher eher klassischen Büroalltag. Augenkontakt, kurzfristige Meetings, das spontane Gespräch am Kaffeeautomaten – all das war vorher Alltag. Und genau das fiel von heute auf morgen weg. Abteilungen und ganze Gebäude wurden in unterschiedliche Schichten eingeteilt und separiert. Der physische Kontakt der Mitarbeitenden verschiedener Schichten untereinander war quasi „verboten“. Mein Ansatz „Zum Äußersten greifen und miteinander sprechen“ war so komplett über den Haufen geworfen. Das Arbeiten hat sich um 180 Grad, von heute auf morgen, verändert – für Mitarbeitende, für Führungskräfte, für das gesamte Unternehmen.   

So schnell wie „die Krise“ kam und sich die Umstellung im Arbeitsalltag vollzog, gewöhnten wir uns auch daran. Besprechungen sind ganz selbstverständlich durch Meetings via Microsoft Teams ersetzt. Wir arbeiten online von verschiedenen Orten aus in der gleichen Cloud an den gleichen Dokumenten. Selbst die Kaffeepause haben wir nach einigen Wochen durch eine digitale Alternative ersetzt – um zufällige Begegnungen und eben das soziale Miteinander zu fördern. Fakt ist, dass wir uns als Team nur durch das sprichwörtlich kalte Wasser so schnell an die neue Software gewöhnt haben, unsere Arbeitsabläufe und -prozesse hier adaptiert sowie verbessert und dadurch konsequent mit dem System gearbeitet haben. Uns blieb keine Wahl und das war vermutlich der Schlüssel.

Manche Herausforderungen bleiben bzw. kommen erst ganz neu auf uns zu. Der Mensch muss sich an diese neue Art von Alltag, bestimmt von Telkos und Co., erstmal gewöhnen. Sicher ist aus meiner Erfahrung: Das Pendel wird auch irgendwann wieder zurückkommen, wenn auch nicht mehr auf die Ausgangsposition. Unsere Aufgabe ist es jetzt, das Beste der zwei Welten – online und offline – mitzunehmen und beizubehalten.   

Gähnende Leere

Intern hatten wir uns also doch schnell an die „neue Normalität“ gewöhnt. Doch fast 90 Prozent der Schreibtische in den Gebäuden standen leer. Eine neue, quasi ganz fremde Perspektive für uns im Facility Management. Das Gebäude sah an einem Montag aus, wie wir es sonst nur von einem Samstag kannten. Eigentlich war die Infrastruktur noch nicht in der neuen Normalität angekommen. Doch warum sollten Beleuchtung und Belüftung im Gebäude genauso weiterlaufen, wenn doch nur 10 Prozent der Belegschaft vor Ort sind? Anhand der über die einzelnen Gebäude verteilten 20.000 Datenobjekte hatten wir Zugriff auf wertvolle Informationen, die es uns ermöglichten, die Gebäude trotz der neuen Umstände so effizient wie möglich zu betreiben. Auch wenn es für uns selbst ungewohnt war, wenn an einem Montag das Gebäude quasi leer stand – die Gebäudetechnologie war uns da voraus.

Wenn von zehn Besprechungsräumen im Erdgeschoss an so einem Montag keiner gebucht ist, müssen weder Beleuchtung noch Belüftung betrieben werden – die intelligente Gebäudetechnik setzte das Ganze so in den Standby-Modus. Wir konnten aus dem Homeoffice heraus auf die Gebäudeanlagen zugreifen und so eine angepasste Instandhaltung garantieren. Emalytics ist dabei die Gebäudeplattform, mit der wir unsere Gebäude betreiben und die uns hilft, Betriebskosten zu flexibilisieren. Datenbetriebene Modelle in intelligenten Gebäuden sollen dazu führen, dass fixe Kosten variabel und optimiert werden.  

Chance oder Risiko – diese Frage kann man sich oft stellen. Wie habt ihr die letzte Zeit erlebt? Welche Learnings nehmt ihr mit? Ich freue mich auf euer Feedback. Bleibt gesund!

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2 Kommentare

  1. Frank Schröder

    DANKE für deine Gedanken und das Feedback zum Blog, Andreas. Warum benötigen wir erst „Corona“ um uns zu verändern? Wir bekommen jeden Tag wieder eine Chance der Verbesserung. „Just do it“ würde ich sportlich sagen. Wünsche noch einen sonnigen Tag.

  2. Sehr schön geschrieben und gut beobachtet, wie immer Frank! Danke fürs teilen Deiner Gedanken! Dank Corona sind wir einen Riesen Sprung nach vorne gekommen und dank Teams viel flexibler geworden!