Wenn Mülleimer ihren Füllstand melden und Wischroboter sich den Aufzug auf die passende Etage rufen, dann ist Digitalisierung in der Gebäudetechnik eingezogen. Nur ein kurzer Trend? Wenn es nach Frank Schröder geht, ist Building IoT die Zukunft, in der wir morgen arbeiten. Als Facility Manager ist er ganz nah dran am Thema Building. Intrinsisch motiviert, hat er sich auch mit dem Internet of Things (IoT) beschäftigt. In „seinem“ Gebäude bei Phoenix Contact setzt er globale Megatrends wie Industrie 4.0, Big Data und Data Analytics in der Gebäudetechnik um. Für diese Reihe plaudert er aus dem Nähkästchen.

Heute wird es persönlich. Wir haben uns gefragt, ob Franks Passion für Digitalisierung aus dem Berufsleben auch ins Private Einzug findet. Was meint ihr, wie smart ist sein Zuhause? Viel Spaß beim Lesen!

Der private Frank

Ich lebe in Lügde, einer kleinen Stadt in NRW, rund drei Kilometer entfernt vom Phoenix Contact-Standort in Bad Pyrmont, d. h. ich kann jeden morgen gut mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. In einem selbst umgebauten Haus lebe ich mit meiner Frau Kerstin und unseren zwei jüngsten, noch schulpflichtigen Kindern, Stefanie und Tom. Unsere älteste Tochter Susann studiert in Stockholm und Marie seit zwei Jahren in Münster.

Oft werde ich gefragt, ob bei mir Zuhause auch alles vernetzt und smart ist. Und eigentlich sind es die Kinder, die alles digital machen und das Ganze treiben. Wenn ich aktuell in unseren WLAN-Router schaue, finde ich dort über 48 Geräte, die sich im Netzwerk tummeln. Was eine Veränderung – vor Jahren noch die erste Internetseite „WetterOnline“ mit einem Modem am Rechner aufgerufen… tu, tu, tu, ti, ti, ti… und die Seite baute sich langsam auf. Kurz anschauen und dann nach zwei Minuten schnell wieder aus dem Internet raus wegen der Telefonkosten, die durch das Surfen entstanden. Das war vor zwölf Jahren. Was sind zwölf Jahre?

Heute hat jeder einen smarten Weggefährten – Handy, Laptop, Tablet – und alles im Internet. „Alexa, mach die Kugellampe an“, so starten wir in den Tag. Natürlich befinden sich mittlerweile auch bei uns im Haus vier Amazon Echos. Alexa steuert den Kaffeevollautomaten, die Beleuchtung und die Bewässerung. „Springbrunnen an“ und aus dem Stein im Garten sprudelt Wasser. Bargeld habe ich eigentlich nur noch sehr selten dabei, ich bezahle mit der Armbanduhr. Die Tageszeitung bekommen wir zwar noch täglich in den Briefkasten, teilweise lesen wir die Nachrichten aber auch schon in der App und die Kinder, die nicht mehr zu Hause leben, profitieren von der lokalen Tageszeitung auf dem Handy.

Hier seht ihr ein YouTube-Video, wie wir unseren Kaffeevollautomaten steuern:

[dsgvo-youtube url=“https://www.youtube.com/watch?v=4Qa5VB5EXFQ“ images=https://blog.phoenixcontact.com/hr-de/wp-content/uploads/sites/2/2020/04/Vorschaubild-YouTube.png][/dsgvo-youtube]

Wie die Digitalisierung zu uns nach Hause kam

Wie verlief dieser Siegeszug der Digitalisierung? Tom hatte sich vor drei Jahren seine Alexa, natürlich selbst gekauft, in seinem Zimmer installiert.  Zu Weihnachten wollten unsere vier Kinder meinen Eltern eine Alexa schenken. Bestellt und zum Testen erstmal bei uns in der Küche erprobt. Nachdem die Kinder das Gerät abgebaut haben und das Weihnachtsgeschenk für Oma und Opa verpackt hatten, fehlte meiner Frau und mir etwas in der Küche. Schnell war auch für uns ein Sprachassistent gefunden und „Alexa Weihnachtsbaumbeleuchtung an“ wurde der Hashtag zum Fest.

Dieses Beispiel zeigt, wie die digitale Transformation funktioniert. Wir probieren etwas Neues aus, gehen dabei vielleicht auch ein gewisses Risiko ein. Schnell erkennen wir den Nutzen und möchten die Neuerung nicht mehr missen. „Nein, alles was ich sage, hört die ganze Welt dann im Internet!“ Ja, ich kann es mir gut vorstellen, was einige Leser hier jetzt denken. Chance oder Risiko, diese Perspektive stellt sich täglich im Leben. „Wir arbeiten in den Strukturen von gestern mit den Methoden von heute an den Problemen von morgen“ ist mein Lieblingssatz, der mir täglich begegnet. Als ich in dem Alter von meinem Sohn Tom war, hatten wir dicke und schwere Kataloge von Neckermann, Quelle und Otto. Einmal im Frühjahr und einmal im Winter über 700 Seiten mit Artikel und Bildern. Und heute? Diese Frage kann sich jetzt jeder selbst beantworten.

#StayAtHome

Aktuell stehen bei uns zu Hause ein Laptop und zwei Bildschirme. Die Auswirkungen von COVID-19. Nachdem die Kugellampe dank Alexa morgens in der Küche leuchtet, arbeiten meine Frau und ich von Zuhause aus. Unsere Kinder erhalten Hausaufgaben per Mail von der Schule und abends facetimen wir mit Münster und Stockholm. Wie werden wir nach dieser Krise leben, was wird sich verändern? Warum haben wir uns nicht auch schon mal vor der Krise diese Fragen gestellt? Wird Corona rückblickend maßgeblich zur Digitalen Transformation beigetragen haben? Schreibt mir gerne eure Gedanken zu diesen Fragen in die Kommentare oder per Nachricht über Social Media.

Gerade jetzt zu Ostern haben wir uns online mit den Familienangehörigen unterhalten und „Frohe Ostern“ gewünscht. Es gab sogar ein Weintasting, bei dem die Weinhandlung den Wein zu den Kunden verschickt hat und wir uns dann abends mit den anderen Paaren aus der Stadt virtuell unterhalten haben. Es wird sicherlich nicht alles online geschehen, aber die Welt wird sich verändern. Nutzen wir die Chance.

Ihr habt meinen ersten Beitrag verpasst? Hier nochmal zum Nachlesen. #12000TageimFacilityManagement

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8 comments

  1. Frank Schröder

    Danke Oliver für dein Feedback. Klar, diese Sache mit der Kaffeemaschine und dem Springbrunnen ist auch etwas verspielt.Es zeigt aber gut auf, in welche Richtung es geht. Die Kommunikation zwischen den Geräten ist aus meiner Sicht der Schlüssel zum Erfolg. Wir sind gerade bei der Auswahl eines Rasenmähroboter und einer Bewässerung mit Regenwasser. Auch dort steht die Vernetzung in die Homeautomation und aufs Handy ganz oben.
    Wir sehen uns Oliver und bleib gesund.

  2. Oliver Helemann

    Hallo Frank,

    Ein schöner Artikel und natürlich eine nette Spielerei mit dem Vollautomaten. Hier ist zwar sicherlich der Knopf schneller gedrückt, aber sei’s drum. Ich kenne das ja, wenn es geht, dann macht man es.
    Ich versuche aktuell meine Homeautomation vor allem ohne Cloud, wie Google oder Alexa, aufzubauen. Dabei fällt auf, dass es natürlich deutlich komplizierter wird, dann aber alles lokal läuft. Das gibt mir persönliche Sicherheit, die mir wichtig ist. Dann muss man sich aber auf Protokollebene besser auskennen (Mqtt, Modbus, BACnet, MBUS etc.)

    Da das aber mein Job ist und ich für Phoenix Contact Deutschland im Projektgeschäft Building Automation tätig bin, habe ich glücklicherweise die Grundlagen auch bei mir zu Hause das Leben smart zu gestalten.

    Liebe Grüße
    Oliver

  3. Frank Schröder

    Hey Simon, DANKE für dein Feedback aus der Schweiz zu dem Bericht. Die Kommunikationsbereitschaft der Geräte untereinander wird aus meiner Sicht in der Zukunft immer wichtiger. Und wenn die Geräte sich dann noch leicht verbinden und dem Nutzer einen Vorteil verschaffen ist das echt cool. Ich wünsche ein sonniges Wochenende in die Schweiz und BLEIBT GESUND.

  4. Simon Züger

    Vielen Dank für Deinen Beitrag. Er inspirierte mich, meinen Staubsaugroboter und meine Smarte Beleuchtung nun mit Google Assistant zu verbinden. Es war ein kleiner Schritt mit beeindruckender Wirkung, diese Geräte plötzlich im Alltag so Steuern zu können, ohne ein anderes Gerät hervornehmen zu müssen. Ist ein schöner Luxus, aber wie Du sagst, muss man die Chance und das Risiko selber abwägen. Aus diesem Grund sind alle meine Smarten Geräte, welche selbständig in die Welt hinaus kommunizieren in einem separaten Netzwerk zuhause. 😉

    Ich wünsche Dir, dass Du während der #StayAtHome-Zeit weitere digitale Projekte verfolgen kannst. Auf jedem Fall werde ich in dieser Zeit noch schauen, was ich aus meinem jetzigen Setup noch weiter automatisieren kann. 🙂

    Grüsse aus der Schweiz
    Simon

  5. Frank Schröder

    Danke Klaus für euer positives Feedback. Es freut mich, dass Ihr über den Blogbeitrag zu dem Thema ins Nachdenken gekommen seit. Das ist auch meine Motivation in dem Thema. Das mit dem Weltall sehe ich kurzfristig noch nicht. Dafür haben wir auf dieser Welt noch genug zu machen. Wünsche noch eine sonnige Woche und „BLEIBT GESUND“

  6. Frank Schröder

    Hallo Herr Schlichting, DANKE für Ihre Worte. Der Tipp ist per WhatsApp angekommen, und ich würde mal sagen, „DA GEHT WAS“. Ansonsten wünsche ich eine sonnige Woche und „GESUND BLEIBEN“ Danke für das Feedback zum Blog.

  7. Jürgen Schlichting

    Immer wieder faszinierend die Geschichten und leidenschaftlichen Darstellungen von Frank Schröder. Bemerkenswert ist auch das spielerische Einbinden der Familie in den eigenen Technologie Fokus. Damit durchbricht er die übliche – häufig meist klagend vorgebrachte Trennung zwischen Beruf und privatem Leben. Super! Weiter so! Da hier leider keine Bilder eingebracht werden können, sende ich ihm als Tipp eine immer noch analoge Entspannungswelt per WhatsApp, die in Ergänzung zur Digitalisierung auch sehr schön sein kann. Es ist eine Finnische Garten Sauna. Dort entsteht weitere Kreativität. Alles Gute weiterhin und respektvollen Gruß an die Familie und Phoenix Contact! Jürgen Schlichting

  8. Klaus Bache

    Wir freuen uns mit euch und wundern uns auch nicht Frank eines Tages im Weltall begrüßen zu dürfen.
    Weiter so den dieser Geist bewegt was.
    Liebe Grüße von den Baches

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