Mit unserer Career-to-go-Reihe beleuchten wir für euch verschiedene Karrierethemen und geben hilfreiche Tipps für den Alltag in kompakter Form – quasi für unterwegs!

Von John Stepper und Working Out Loud liest man aktuell sehr viel. In unserer Reihe zu „WOL“ erklären wir euch die Methode und lassen einige Mitarbeitende von ihren Erfahrungen berichten. Du überlegst, auch einen Circle zu gründen? Dann hilft dir vielleicht der Erfahrungsbericht von Zukunftsgestalterin Manolya.

Netzwerken ist nicht gleich Netzwerken

„Bau dir ein Netzwerk auf!“ oder „Weil der Chef so ein guter Netzwerker ist, ist er auch so erfolgreich!“ Das hat jeder von uns schon mal gehört und es wird uns gern als Rat zugerufen, wenn wir eine neue berufliche Aufgabe annehmen.

WOL beinhaltet etwas, das für mich beim Netzwerken bisher gefehlt hat und damit mehr als eine herkömmliche Netzwerkmethode ist: Es ist eine Peer-Group, in der wir uns gegenseitig in der WOL-Methode trainieren und damit ausgestattet in die Welt hinaustreten und uns vernetzen, aber…

Der Unterschied liegt schlicht und einfach in der Einstellung. Beim Netzwerken fühlte ich mich häufig reduziert auf meine „Nützlichkeit“ für andere. Ich fühlte mich eher ausgefragt und es fehlte etwas. Oft stand ich vor der Herausforderung, wie ich jemanden um seine Perspektive bitten könnte, ohne dass sich dieser auch so fühlt. Dieses Etwas, das fehlte, ist die Verbundenheit. Was soll das heißen?

Die Mitglieder aus Manolyas WOL-Circles – aktuell finden die Treffen aufgrund von COVID-19 virtuell statt

Teilen schafft Verbindung

Das Prinzip, das WOL zugrunde liegt, ist die Fragestellung, was ich selbst als Gegenleistung für einen Beitrag anbieten kann. Wer würde von meinem Beitrag zu einem Thema profitieren und wen kann ich also daran teilhaben lassen? Statt „Wissen ist Macht“ ist das zielgerichtete Teilen von Wissen der Kern des Handelns. Dafür gehe ich in Verbindung mit anderen. Wer interessiert sich für die gleichen Themen und Ziele? Wie helfen mir diese Impulse weiter und was kann ich dazu beitragen? Wie kann ich ein Thema, das mich bewegt zum gemeinsamen Nutzen voranbringen? Die Mitglieder meines WOL-Circles sind dabei meine Peer-Group. Wir unterstützen uns in unseren individuellen Zielen und zeigen uns Möglichkeiten zum Anknüpfen innerhalb und außerhalb der Organisation auf, wie wir unsere im Rahmen des WOL-Circles persönlich gesteckten Ziele erreichen.

Was können das für Ziele sein? Ich zum Beispiel möchte Wissen anschaulicher vermitteln und soziale Medien als Werkzeuge für meine Arbeit zukünftig besser nutzen. Ein anderes Ziel könnte sein, sichtbarer mit der eigenen Arbeit zu werden oder neue Arbeitsformen im Kontext „New Work“ im Unternehmen voranzutreiben.

Circlen bedeutet Mehrwert

Im Unternehmenskontext verorten wir uns meist selbst fest in unserer jeweiligen Funktion und Organisationseinheit. Durch den WOL-Circle nimmt man die anderen Mitglieder, aber auch sich selbst, stärker als Individuen wahr, die mehr beitragen können, als nur das, was ihre Funktion beinhaltet. Wir können uns ins Unternehmen, insbesondere in die interdisziplinäre Zusammenarbeit, noch viel umfassender einbringen, als uns zunächst bewusst ist: als Persönlichkeiten, die verschiedenste Facetten mitbringen. Durch den Circle werden wir auf diese Weise füreinander sichtbar. Ich bin nicht nur eine Mitarbeiterin des Human Resources Management. Ich bin Manolya, die Deutschkurse gegeben hat, die gern Texte schreibt, alles liest, die sich Namen, Gesichter und Geburtstage (meistens) gut merken kann. Klingt erstmal komisch, aber es lohnt sich näher zu schauen, was uns noch ausmacht, auch über das reine Berufsprofil hinaus. Auch an diesen Interessen und Erfahrungen lässt sich anknüpfen. Was habe ich z. B. aus der Zeit als Trainerin mitgenommen und kann ich einbringen, wenn ich auf der Suche bin nach Menschen, die Wissen und so richtig trockene Themen anschaulich, digital und interaktiv gut vermitteln? Von wem hatte eine Circle-Kollegin neulich berichtet, dass diese Person agile Arbeitsmethoden im Team ausprobiert hat… Wäre vielleicht der Podcast etwas für sie, den ich gestern Abend gesehen habe?

Gefunden haben sich die Mitglieder unseres Circles, aber auch viele weitere, übrigens durch die gemeinsame Neugier an der Methode, die eine innovative Kollegin ins Intranet gestellt und mit persönlichem Einsatz verbreitet hat. Probiert es doch auch mal aus.

Im ersten Beitrag unserer Reihe erfährst du alles über WOL. Lies außerdem einen weiteren Erfahrungsbericht von meiner Kollegin Juliane oder Melanies Beitrag über den Nutzen von Working Out Loud für Unternehmen.

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1 Kommentare

  1. Maren Westphal

    Liebe Manolya,
    vielen lieben Dank für diesen tollen Beitrag zum Thema WOL.
    Die Erfahrungen, die du mit uns teilst, sind so enorm wertvoll und macht Lust auf eine eigene Teilnahme an einem Circle.
    Ich wünsche mir, dass es immer mehr Menschen werden, die diese Methode ausprobieren und sich zu Nutze machen. Denn dann wird es auch ein Umdenken geben können, das es uns Menschen ermöglicht nicht nur unsere „Rolle“ im Unternehmen einzunehmen, sondern als ganzheitlicher Menschen mit alle seinen Ressourcen (auch privater Natur) wahrgenommen, angenommen und geschätzt zu werden.
    Und wenn wir Menschen uns in unserer Ganzheitlichkeit angenommen fühlen, dann sind wir mutiger und motivierter zielgerichtet zu arbeiten, auch wenn das mal bedeutet die eigene Idee zu verteidigen oder durchboxen zu müssen.

    Vielen Dank dir und weiterhin ganz viel Erfolg mit der WOL-Methode.
    Maren