Der Beifahrer telefoniert und plötzlich zündet der Fahrer-Airbag bei voller Fahrt. Beim Überholvorgang eines LKW geht das Auto einfach aus. Beim Rückwärtsfahren im Sommer erscheint nur Schnee in der Rückfahrkamera. Warum solch aufregende Erlebnisse zum Glück nicht die Regel sind, erfährst du im heutigen Blogbeitrag.

Ein Airbag, der auslöst, wenn man das Radio einschaltet? Klingt gefährlich. Damit genau so etwas nicht passiert, prüft Phoenix Testlab die Produkte von morgen und zertifiziert sie für ihre Hersteller. Was man da prüfen kann und wie solche Prüfungen durchgeführt werden, erzählen wir euch in unserer Phoenix Testlab-Reihe.

Im ersten Beitrag der Reihe kannst du noch mal nachlesen, wieso Phoenix Testlab 1994 gegründet wurde und was sich seitdem getan hat.

Was unterscheidet einen alten VW-Käfer von einem Model S von Tesla? Auf Anhieb fallen da nicht nur designtechnische Dinge ins Auge, sondern vor allem Fahr-, Komfort- und Sicherheitsfunktionen. Solche Funktionen sind allesamt rein elektronisch oder elektronisch gestützt. Der Regenlichtsensor hängt genauso im Kommunikationsnetz des Fahrzeugs wie auch das Emergency-Call-System oder die Lenkradheizung. Sofern alles miteinander funktioniert, ist das ja auch alles toll. Was aber, wenn sich die Baugruppen untereinander spinnefeind sind?

Die elektromagnetische Verträglichkeit

Wie du vielleicht im Physikunterricht gelernt hast, bilden sich überall dort, wo Strom fließt, auch magnetische Felder. Ändert sich der Strom, verändert sich das magnetische Feld. Ändert sich das magnetische Feld, so wird auch der Strom beeinflusst. Wenn nun – wie im Auto – viele verschiedene elektrisch betriebene Bauteile auf engem Raum zusammenkommen, kann das Probleme geben. Und genau darum geht es bei uns im EMV-Labor. EMV steht dabei für elektromagnetische Verträglichkeit.

Jede Baugruppe soll elektrisch so „ruhig“ sein, dass sie andere Baugruppen nicht stört. Außerdem muss sie robust sein, um selbst nicht von anderen Baugruppen beeinflusst zu werden. Da wird die Sache schon kniffliger, wenn man sich überlegt, wie viele offensichtliche oder auch gut versteckte Funktionen in heutigen Fahrzeugen integriert werden. Von nicht wenigen dieser Baugruppen hängt das Leben der Insassen ab.

Die elektromagnetische Verträglichkeit einer Bahnschranke wird in einer Absorberhalle getestet

Das ganze Thema lässt sich als elektromagnetische Verträglichkeit von Fahrzeugen umschreiben. Um die elektromagnetische Verträglichkeit von Baugruppen und auch ganzen Fahrzeugen zu messen und zu prüfen, haben sich Standards entwickelt. Auf diese bauen die Hersteller (VW, Ford, General Motors usw.) auf und entwickeln abweichend davon noch eigene Testverfahren. Große Zuliefererfirmen wie z. B. Bosch müssen sich an diese Vorgaben halten, damit ihr Produkt im Fahrzeug eingesetzt werden kann.

Die Erfüllung der Anforderungen muss in unabhängigen Laboren abgeprüft werden. Hier kommt Phoenix Testlab ins Spiel. In unserem EMV-Labor können wir in Absorberhallen eine saubere Umgebung herstellen, um die Aussendung und Störfestigkeit von Baugruppen zu testen.

Die elektrisch saubere Umgebung

Die elektrisch saubere Umgebung ist wichtig, da wir sonst nicht entscheiden können, ob die Grenzwertüberschreitung wirklich vom Prüfling selbst oder von einem Radiosender kommt. Technisch muss man dafür einigen Aufwand treiben und genau wissen, was man tut. Die Messergebnisse müssen schließlich interpretiert werden. Prüfverfahren müssen so ausgelegt werden, dass unser Equipment überlebt. Das macht für mich persönlich den Reiz an meiner Arbeit aus.

Als verlängerter Arm der Behörden und Hersteller und schließlich durch unsere Kunden hängen wir am Puls der Zeit. Und der schlägt verdammt schnell! Jede Neuentwicklung muss vor der Marktreife auf Herz und Nieren geprüft werden. Im Zeitalter von Elektromobilität, autonomem Fahren oder Interconnectivity ist es eine wahre Fülle an spannenden Dingen, die sich dem Ingenieur hier im Labor auftun. Wir können heute schon die Produkte von morgen testen! James Clark Maxwell (der Prophet unter den Elektroingenieuren) hätte sicherlich Spaß an diesen Dingen und den heutigen Autos.

Du interessierst dich für die Arbeit bei Phoenix Testlab? Dann lies auch diesen Blogbeitrag aus unserem Umweltsimulationslabor.

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