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Die Welt dreht sich immer schneller und wird immer komplexer. Technologischer, politischer und wirtschaftlicher Wandel fordern neue Strategien, Organisationen, Werkzeuge und Denkweisen.

Im ersten Teil des Interviews haben wir den Begriff „New Work” geerdet und seine Bedeutung für Phoenix Contact definiert. Nun sprechen wir mit Nina Mrugalla und Manolya Hiddensen aus dem Bereich Human Relations bei Phoenix Contact darüber, wie der Wandel zum Impulsgeber für Vielfalt und Führungskultur wird. 

Was verbindet die „Zukunft der Arbeit”, wie es Phoenix Contact definiert, und das Thema Vielfalt und Führung miteinander? 

Nina Mrugalla

Nina Mrugalla: Diversität und Führung sind zwei wichtige Elemente in der Zukunft der Arbeit. Vielfalt fördert Innovation. Und Technikbegeisterung und Innovation sind ein elementarer Bestandteil unserer Identität. Diversität hilft uns, diese Innovationskraft weiter zu erhalten. 
Wir sind stolz auf unseren bisherigen Erfolg. Aber die Digitalisierung und unplanbare Ereignisse werden die Geschwindigkeit der Welt noch weiter erhöhen. Wenn wir unsere vielen unterschiedlichen Kompetenzen und Fähigkeiten optimal einsetzen, werden wir auch diese Herausforderung meistern. Vielfalt hilft uns dabei, unsere Anpassungsfähigkeit zu erhöhen und weiter erfolgreich zu sein.

Manolya Hiddensen: Wir wissen aus verschiedenen Studien und aus eigener Erfahrung, dass gemischte Teams Aufgaben besser lösen als nur einseitig besetzte. Je komplexer die Aufgabe, desto erfolgreicher sind wir mit einem diversen Team. 
Aber je diverser ein Team, desto größer auch die Anforderung an die Führungskraft: In Projekten treffen dadurch mehr unterschiedliche Meinungen, Anschauungen, Vorgehensweisen und Erfahrungen aufeinander. Es kann mehr Diskurse und Diskussionen geben. Die Mehrwerte dieses Lösungsprozesses zu erkennen, dazu aktiv einzuladen und alle optimal einzubinden, darauf kommt es künftig an. Mit unserer Unternehmenskultur, die den konstruktiven, freundlichen Umgang auf Augenhöhe fördert, haben wir die Basis dafür. 

„Diversity“ ist ja auch ein Wort mit vielfältiger Bedeutung im Sprachgebrauch. Wie deutet es Phoenix Contact? 

Manolya Hiddensen: Wir haben Vielfalt bisher als Selbstverständnis angesehen. Alle Menschen sind in ihrer Individualität willkommen, das haben wir bewusst nicht als etwas Besonderes herausgestellt. Wir haben es als eine Normalität im Rahmen unserer Unternehmenskultur angenommen. Jetzt stellen wir fest, dass wir das künftig deutlicher nach außen tragen müssen: Vielfalt ist bei uns gewünscht und gewollt. Wir werden stärker auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeitenden eingehen und die Rahmenbedingungen für Diversität weiter ausbauen. 

Wie findet Diversität den Weg aus der Unternehmenskultur ganz konkret in die Umsetzung?

Nina Mrugalla: Diversität ist der Schlüssel zu Vielfalt von Perspektiven, mehr Verständnis, mehr Ideen und Impulsen und am Ende zu mehr Innovationskraft. Das versetzt uns in die Lage, künftig noch besser an der Lösung der drängenden Probleme unserer Zeit mitzuarbeiten. Wir setzten Diversität bewusst auf unsere Agenda. 

Manolya Hiddensen: Dafür identifizieren wir gerade konkrete Maßnahmen. Wir haben uns zunächst die Frage gestellt, in welchen Facetten der Vielfalt wir aktuell die größten Potenziale erkennen. Von dieser Fragestellung kommend haben wir uns entschieden, den Fokus zunächst auf folgende Aspekte zu legen: die Ausgewogenheit der Geschlechter zu fördern, die internationale Zusammenarbeit auszubauen sowie die unterschiedliche Lebens- und Berufserfahrung unserer Mitarbeitenden stärker zusammenzubringen. Die Fortschritte werden wir im Nachhaltigkeitsbericht dokumentieren.

Gibt es schon erste Ergebnisse beziehungsweise Projekte, die man nennen kann?

Nina Mrugalla: Es gibt erste Erfahrungen. Wir sind zum Beispiel gerade dabei, uns international besser zu vernetzen. Phoenix Contact ist heute in mehr als 100 Ländern präsent. Zur Unternehmensgruppe gehören 15 deutsche und vier internationale Unternehmen sowie mehr als 50 Vertriebsgesellschaften in aller Welt. Wenn wir unsere Phoenix Contact-Kräfte international besser und intensiver bündeln, hat unsere Vielfalt enormes Potenzial.

Manolya Hiddensen

Manolya Hiddensen: Die stärkere internationale Vernetzung spüren wir aktuell auch in unserem Nachhaltigkeitsnetzwerk. Wir arbeiten gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen an unseren Nachhaltigkeitsthemen und inspirieren uns gegenseitig, wie zum Beispiel die Förderung von Diversität gelingt. 
Im Dialog mit Mitarbeitenden leiten wir die notwendigen Rahmenbedingungen für die Arbeit ab – auf Basis der vielfältigen Lebensumstände. Wir fördern Programme für den Wissensaustausch, dazu gehören auch Tandem- oder internationale Mentorenprogramme. Geschäftsbereiche, die sich bislang noch nicht intensiv international vernetzt haben, beginnen jetzt damit, sich regelmäßig und geplant auszutauschen.

Stichwort Führungskräfte: Welche Aufgabe kommt ihnen beim Thema Vielfalt zu?

Manolya Hiddensen: An ihnen liegt es, das Arbeitsumfeld so zu gestalten und ihre Mitarbeitenden so zu befähigen, dass Vielfalt Früchte tragen kann. Wenn ich mich auf meine Kolleginnen und Kollegen einlasse, erkenne ich, welche besonderen Stärken und Perspektiven sie einbringen können.
Und dann geht es darum, den Raum und den Rahmen, die das Team braucht, zu gestalten. Um Diversität zu fördern, mitzudenken und vorzuleben, müssen Führungskräfte ihre Rolle neu (er)finden. Wir als Phoenix Contact übersetzen diese Anforderungen in unsere Programme und Tools für Führungskräfte und begleiten aktiv die Förderung von Vielfalt im Unternehmen.

Nina Mrugalla: Es ist als Führungskraft sehr wichtig, mutig zu sein, Vertrauen zu haben und in Vielfalt zu denken. Wir alle tragen dazu bei, dass sich dieser Wandel vollzieht und sind gemeinsam auf dem Weg nach „New Work“. Unsere Führungskräfte haben den Kompass. Sie gehen voran. 

Lesen Sie im nächsten Teil dieser Kleinserie, wie Phoenix Contact seine Führungskräfte auf diesen Weg vorbereitet und wie es ist, in einen 360-Grad-Spiegel zu sehen und daraus neue Impulse für neues Denken zu bekommen.

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