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Sicherlich habt ihr schon vom neusten Trend in Sachen soziale Medien gehört. Ich habe mich darin mal umgesehen. Wieso Corona der App vielleicht viele Nutzerinnen und Nutzer beschert und wieso ich fast die Feuerwehr rufen wollte, erfahrt ihr in meinem neusten Blogbeitrag.

Wenn Mülleimer ihren Füllstand melden und Wischroboter sich den Aufzug auf die passende Etage rufen, dann ist Digitalisierung in der Gebäudetechnik eingezogen. Nur ein kurzer Trend? Wenn es nach Frank Schröder geht, ist Building IoT die Zukunft, in der wir morgen arbeiten. Als Facility Manager ist er ganz nah dran am Thema Building. Intrinsisch motiviert, hat er sich auch mit dem Internet of Things (IoT) beschäftigt. In „seinem“ Gebäude bei Phoenix Contact setzt er globale Megatrends wie Industrie 4.0, Big Data und Data Analytics in der Gebäudetechnik um. Für diese Reihe plaudert er aus dem Nähkästchen.

Trotz oder gerade wegen Corona im Clubhouse?

Wer sich einen meiner letzten Blogbeträge durchgelesen hat, weiß, dass meine Neugier für Unbekanntes häufig auch von meinen Kindern ausgelöst wird. Vor wenigen Wochen, an einem Sonntagmittag, waren es mal wieder meine Kinder, die mich inspirierten:

„Mittagessen ist fertig, wo bleibt ihr?“, rief ich durch das wie leer gefegte Haus. „Die sind schon wieder den ganzen Tag am Handy zugange“, dachte ich. Meine Tochter, die in Dresden studiert, momentan aber aufgrund der aktuellen Situation zu Hause ist, entgegnete auf meine Frage: „Ich bin noch im Clubhouse.“ Beim Mittagessen berichteten meine Kinder also von dem aktuellen Hype um das neue soziale Netzwerk und ihren ersten Erfahrungen damit. Kaum war das Geschirr abgespült, habe ich die App auch schon heruntergeladen. Konnte losgehen. Ich war im Club.

„Clubhouse“ ist eine Social-Network-App, mit der die Nutzerinnen und Nutzer nicht etwa durch geschriebene Beiträge, Bilder, Videos oder Emojis kommunizieren, sondern miteinander sprechen. Und ihr wisst ja, wie wichtig mir ist, miteinander zu sprechen. Ausschließlich Audio also, quasi wie früher. Es gibt Räume, in denen zu verschiedenen Themen gesprochen und kontrovers diskutiert wird. Einfach nur zuhören geht natürlich auch. Mit der App ist es also für alle möglich, in ein Gespräch innerhalb eines Themenraums einzusteigen. Zusätzlich gibt es in jedem Raum mindestens eine Moderation. Dieser obliegt es, Gespräche zu steuern und Zuhörerinnen und Zuhörer auf die virtuelle Bühne zu holen. Mit Klick auf ein Handzeichen kann man der Moderation den Wunsch zum Wortbeitrag signalisieren.

Clubhouse-Profil von Frank Schröder

Um bei Clubhouse dabei sein zu können, ist zunächst ein Download aus dem App-Store nötig – momentan ist die Nutzung der App nur auf dem iPhone möglich. Das wird sich aber sicherlich bald ändern. Nach dem Download kann man aber nicht direkt loslegen. Man muss von jemanden eingeladen werden, der bereits im Clubhouse aktiv ist. Erst mit dieser Einladung kann man starten. Kleiner Tipp: Ihr könnt euch nach dem Download der App auf eine Warteliste setzen lassen und je nachdem, wie viele der eigenen Kontakte Clubhouse bereits nutzen, erhalten diese eine Benachrichtigung und können euch hinzufügen. Vorausgesetzt, eure Kontakte verfügen noch über freie Einladungen, diese sind nämlich begrenzt.

Durch die aktuelle Corona-Situation verbringen wir als Familie gerade sehr viel Zeit zu Hause. Ich hatte also Gelegenheit, mich an jenem Sonntag im Clubhouse ein wenig umzusehen. In den Räumen geht es hauptsächlich um Politikthemen und gesellschaftliche Debatten. Auch Business-Trends wie „New Work“, „Leadership“ oder „Immobilien“ finden ihre Gesprächsräume. Wo hat man schon die Möglichkeit, abends fix mit neuen Leuten zu sprechen und neue Perspektiven kennenzulernen? Alles nur einen App-Klick entfernt.  

An einem Samstagabend habe ich letztens einem Gespräch des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, dem Journalisten Kai Dieckmann und anderen Journalistinnen und Journalisten gelauscht. Kurz gesagt: Es ging sehr hitzig zu. Schon bald entstand ein hektischer Dialog und ich wollte die Feuerwehr rufen. Feueralarm im Clubhouse. Schnell waren über 4.000 Leute im Raum.

Die Demokratisierung des Podcasts

Ich denke, ich bin schnell angekommen im Clubhouse. Ich nutze die Plattform oft abends, um mich mal auf anderen, auditiven Wegen zu „meinen Themen“ zu informieren oder einfach in interessante Gespräche reinzulauschen. Insbesondere zu den Themen Immobiliennutzung und Klimawandel wird dort aktuell gut und gerne diskutiert. Oft kann ich dabei auch neue Impulse für meine beruflichen Themen gewinnen. So kam letztens auch ein gemeinsamer Raum mit einigen Kollegen und Kolleginnen aus dem Facility Management zustande. Spontan ist dabei dann auch die Idee entstanden, regelmäßig einen Clubraum zum Thema „Gebäude“ aufzumachen. Jetzt treffen wir uns immer freitags um 17 Uhr und diskutieren ganz zwanglos zu Facility Management, Gebäuden und Klimawandel. Es ist eine weitere Möglichkeit, sich auszutauschen, Impulse zu bekommen und kreative Idee entstehen zu lassen.

Themenraum in der Clubhouse-App

Eine Beschreibung, die ich gelesen und für gut befunden habe, weil sie eben so simpel wie passend ist: Clubhouse ist die Demokratisierung des Podcasts. Ich denke, für Unternehmen bietet sich hier eine Chance. Vor der Corona-Pandemie waren es die Messen, auf denen wir uns getroffen und ausgetauscht haben. Dieser Austausch fehlt aktuell. Wir brauchen Alternativen, um über die Unternehmensgrenzen hinweg Kontakte zu halten und im Gespräch bleiben zu können. Clubhouse kann da eine von vielen Möglichkeiten sein. Mein persönliches Fazit: Clubhouse ist eine neue Perspektive, sich zwanglos zu vernetzen und inspirieren zu lassen. Ob beim Kochen oder bei der Laufrunde in der Natur – egal wo, man kann Gesprächen lauschen oder sogar live mitdiskutieren. Das einzig Negative dabei: Die App hat einen gewissen Suchtfaktor. Mal schauen, wie sich der Hype entwickelt – stay tuned!

Weitere grundsätzliche Informationen zu Clubhouse gibt es zum Beispiel bei t3n.de.

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