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Tan-Hoa-Binh Nguyen kam mit 17 Jahren aus Vietnam nach Deutschland. Innerhalb von nur drei Jahren machte er seinen Realschulabschluss, lernte Deutsch und bekam einen Ausbildungsplatz bei Phoenix Contact. Mehr über seine berührende Lebensgeschichte erfahrt ihr im Blogbeitrag.

Die Anzahl an verschiedenen Jobbezeichnungen nimmt rasant zu. Dabei reicht die Stellenanzeige als Informationsquelle für einen Job oftmals nicht aus. Aus diesem Grund lassen wir unsere Mitarbeitenden selbst sprechen: Tan-Hoa-Binh Nguyen berichtet über seinen Weg zu Phoenix Contact.

Überfüllte Boote mit Flüchtlingen aus Krisenregionen, die sich ein besseres Leben in Europa erhoffen – was heute noch regelmäßig Thema in den Nachrichten ist, war schon Ende der 1970er-Jahre aktuell. In Vietnam sahen viele Menschen nach dem Vietnamkrieg 1975 ihre einzige Chance auf ein besseres und sicheres Leben in der Flucht über das Südchinesische Meer. Kleine offene Holzboote, gnadenlos überfüllt, gegen das offene Meer: Der Verlierer stand schon zu Beginn der Reise fest. Mehr als 200.000 Vietnamesen ertranken bei ihrem Fluchtversuch.

Ein Deutscher, den die Berichte und Bilder davon nicht kalt ließen, war der Journalist Rupert Neudeck. Er gründete zusammen mit seiner Frau und dem Schriftsteller Heinrich Böll das Komitee „Ein Schiff für Vietnam“, charterte den Frachter „Cap Anamur“ und rettete mit seiner Hilfsaktion circa 11.000 vietnamesische Flüchtlinge zwischen 1979 und 1987.

„So wurde auch mein Bruder gerettet und schließlich nach Deutschland gebracht“, berichtet Tan-Hoa-Binh Nguyen, Mitarbeiter im Blomberger Werkzeugbau. „Meine Tante hatte damals zu meinem Bruder gesagt, dass sie einen Ausflug mit ihm machen will und ihn einfach mit auf so ein Boot genommen, er war damals erst 12.“ Auch Nguyen ist in Vietnam geboren. „An die Zeit nach dem Krieg kann ich mich aber nicht mehr erinnern, da war ich noch zu klein.“

Lernen für die Ausbildung

Im Rahmen einer humanitären Angelegenheit folgten Tan-Hoa-Binh Nguyen, seine Geschwister und seine Eltern 1990 dem Bruder nach Deutschland. Damals war er 17 Jahre alt. „Ich ging dann in Deutschland zur Realschule. Das war anfangs sehr schwer, weil ich sprachlich nicht mit den anderen Schülern mithalten konnte, also habe ich angefangen, intensiv Deutsch zu lernen – zusammen mit einer Erzieherin, jeden Tag nach der Schule bis zum Abendessen.“ Das Lernen war erfolgreich und Nguyen machte seinen Realschulabschluss. Nach der Schule kam für ihn nur eine Ausbildung in Frage. „Meine Favoriten waren Phoenix Contact und KEB Brinkmann.“ Bei Phoenix Contact hat es geklappt. 1993 begann Nguyen die Ausbildung als Industriemechaniker und arbeitet seitdem im Blomberger Werkzeugbau. „Ich bin ehrlich froh, nach den ganzen Bemühungen hier arbeiten zu können.“ In Deutschland gefällt es ihm auch ganz gut. „Ich bin glücklich verheiratet und wir haben zwei Kinder. In der Freizeit fahren wir oft zusammen Fahrrad.“

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