Wie aus Müll Energie entsteht

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Istanbul verfügt über die zweitgrößte Mülldeponie der Welt. Auf dem Gelände befinden sich auch Produkte von Phoenix Contact. Sie wurden dort nicht entsorgt, sondern helfen bei der Erzeugung von Energie. Wir erklären euch, wie das funktioniert.

Phoenix Contact-Produkte und -Lösungen sind zwar auf der ganzen Welt zuhause, aber oft nicht überall bekannt. Mit dieser Reihe geben wir Alltagsbeispiele und erklären, wo ihr unseren Produkten und Lösungen begegnet und was sie leisten.

Wenn ihr denkt, mit Müll könne man nichts mehr anfangen, seid ihr auf dem falschen Dampfer. Das Unternehmen Ortadoğu Enerji, ein türkischer Energieerzeuger, generiert aus dem Abfall einer Istanbuler Mülldeponie nämlich Strom. Die türkische Metropole zählt über 15 Millionen Einwohner. So viele Menschen produzieren unweigerlich auch eine erhebliche Menge an Müll. Auf der Mülldeponie Odayeri in Istanbul haben sich in 21 Jahren Betriebszeit ganze 50 Millionen Tonnen Abfall angesammelt. Bei der Verrottung des Mülls entsteht Methangas, welches beseitigt werden muss, da es sonst zu gefährlichen Explosionen führen kann. Aktuelle Verordnungen und Umweltschutzgesetze der Türkei besagen, dass das Methangas, das in Deponien erzeugt wird, daher entweder verbrannt oder in Elektrizität umgewandelt werden muss. In Odayeri wird seit 2008 daraus Strom erzeugt.

Und wie wird jetzt aus Müll Energie?

Auf dem Gelände der Mülldeponie werden sogar Hühner gehalten. Ein Zeichen für den hohen Umweltstandard, der dort herrscht.

In der Mülldeponie wird der angelieferte Hausmüll zunächst sortiert. Anschließend wird der Müll mit Erde abgedeckt, um eine luftlose Umgebung zu schaffen. Aus dem Abbau der organischen Inhaltsstoffe des Mülls bildet sich dann Methangas. Das Gas wird aus circa 28 Metern Tiefe gefördert und fertig aufbereitet. Anschließend wird es in Gasturbinen verbrannt. So wird daraus zunächst mechanische und dann elektrische Energie. In Odayeri sind derzeit 32 Gasturbinen im Einsatz. Sie erzeugen zusammen 33 Megawatt/Stunde Strom.

Für einen störungsfreien Betrieb müssen Werte wie Kondenswasser und Gasdruck der Bohrlöcher stets überwacht werden. Bisher mussten Servicemitarbeiter die Werte täglich überprüfen. Da es insgesamt 68 Sammelstellen gibt, konnten nicht alle Sammelstellen rechtzeitig kontrolliert und Abweichungen sofort erkannt werden. Die Folge waren zu hohe Wasserstände und somit verstopfte Leitungen, was zu hohen Aufwänden und sogar zu Produktionsausfällen führte.

Radioline von Phoenix Contact bietet die Lösung

Eine der 63 Sammelstellen, die mit dem Radioline-System überwacht werden: Die Stromversorgung erfolgt über Solarpanel.

Die Funklösung Radioline von Phoenix Contact leitet die erfassten Analogsignale des Gasdrucks und Kondenswasserstands von den einzelnen Sammelstellen an den Kontrollraum weiter. Das erhöht die Verfügbarkeit der Anlage. Denn durch die kontinuierliche Überwachung des Systems via Radioline können frühzeitig Maßnahmen ergriffen werden, bevor es zu Problemen und damit zu Produktionsverlusten kommt.

Die zu kontrollierenden Sammelstellen verteilen sich in einem Umkreis von 2,7 Kilometern. Eine Verkabelung über diese Strecken wäre nicht möglich, zumal das Areal teilweise unter Explosionsgefahr steht. Die drahtlose Lösung von Phoenix Contact passt daher hier perfekt.  Ein im Kontrollraum installiertes Dashboard zeigt die erfassten Signale live grafisch an. Ist ein kritischer Wert erreicht, erfolgt eine Alarmierung der Servicemitarbeiter, die dann weitere Maßnahmen einleiten.

So kann aus Müll noch etwas so Sinnvolles wie Energie gewonnen werden. Und durch die Radioline-Lösung kann die Erzeugung überwacht werden und daher reibungslos ablaufen.

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