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Die Nachhaltigkeit der Schifffahrt ist genau Niklas Leckers Ding. Als Business Development Manager in der Abteilung Marine und Offshore entwickelt er gemeinsam mit Kunden Ideen und Lösungen, die diese Vision Wirklichkeit werden lassen.

„Bislang fahren Schiffe fast ausschließlich mit Diesel oder Schweröl“, erklärt Niklas. „Um das Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, müssen wir die Treibhausgas-Emissionen der Schifffahrt bis 2050 auf Null reduzieren. Dafür haben wir bereits eine Reihe möglicher Lösungen entwickelt.“

Ein Drachen so groß wie vier Tennisfelder

Eine davon ist ein etwa tausend Quadratmeter großer Drachen, der vor den Schiffsbug gespannt wird und das Schiff ähnlich wie beim Kite-Surfing durch Windkraft zieht. Ein solcher Kite ist rund viermal so groß wie ein Tennisfeld, generiert eine Zugkraft von ca. 100 Tonnen und spart etwa 20 Prozent des Schiffstreibstoffs ein. Voraussetzung dafür sind Technologien, die Daten zu Wetter, Schiffsgeschwindigkeit und Routen automatisch erfassen und auswerten können.

Mit der heutigen Automatisierungs- und Sensortechnik wird auch der jahrtausendealten Idee des Segelns neues Leben eingehaucht. „Es gibt bereits großartige Konzepte für Segel, die sich automatisch entfalten, wenn ausreichend Wind vorhanden ist“, sagt Niklas. Passiert das Schiff z. B. eine Brücke, fahren die Segel ein. Ähnlich wie Flugzeugtragflächen nutzen sie durch ihre Form die Luftumströmung, um eine senkrecht zur Tragfläche stehende Kraft bzw. Vortrieb zu erzeugen. „Mit Hilfe von Sensoren wird permanent die Windrichtung erfasst, wonach sich die Segel automatisch ausrichten und somit deutlich effizienter als herkömmliche Segel sind.“

Frachtschiffe mit alternativen Treibstoffen

Für kleinere Schiffe wie Fluss- und Hafenfähren ist auch die Elektromobilität eine mögliche Lösung, weil die Batteriegröße hier noch im Rahmen bleibt. Bei der Seeschifffahrt hingegen sind energiereiche Antriebe mit E-Fuels, Wasserstoff und Ammoniak vielversprechend. 

„Bei Phoenix Contact haben wir mit unseren Kunden bereits Lösungen für die Digitalisierung, die Automation und das Monitoring von Batterien für Elektrofähren und Brennstoffzellen für Containerschiffe entwickelt. Ich denke, im Schiffsbereich ist noch vieles möglich“, so Niklas. Er muss es wissen, denn er optimiert gerade das Produktportfolio für diesen Bereich. „Phoenix Contact hat bereits ein gewisses Produktportfolio mit maritimen Zulassungen (notwendig für den Einsatz auf Schiffen), mit dem wir schon viele Applikationen realisieren können. Allerdings gibt es ein paar Produkte, die wir noch zertifizieren lassen müssen, um die Anforderungen unserer Kunden vollumfänglich erfüllen zu können.“ 

Dafür ist er viel bei Kunden und in der Branche unterwegs. Zuletzt auf der „Nor-Shipping” in Oslo und der Fachkonferenz „Maritime 4.0″ in Hamburg, wo er auch einen Vortrag über nachhaltige Lösungen für die Schifffahrt halten konnte.  Er ist sich sicher: „Wie in anderen Industriezweigen auch, dauert es eine gewisse Zeit, bis sich neue Technologien durchsetzen. Aber ich bin zuversichtlich: Zukünftig werden Schiffe vollständig emissionsfrei fahren.“

Wenn sich Niklas nicht gerade mit Schiffen befasst, findet man ihn dreimal die Woche auf dem Fußballplatz oder beim Training im Fitnessstudio. Daneben engagiert er sich bei der Freiwilligen Feuerwehr oder geht auf Spritztour mit seinem neuen Motorrad. Das fährt zwar noch mit herkömmlichem Antrieb, allerdings nur, weil in seinem Miethaus keine Wallboxen installiert sind. Alles eben zu seiner Zeit.

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