Kreativ werden – aber mit Methode!

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Kreative haben ein schickes Image: Sneaker tragen, in Workspaces rumhängen und den ganzen Tag verrückte Ideen entwerfen. Na gut, stimmt so nicht ganz. Aber wie machen die das eigentlich genau, dieses Ideenfinden? Wo kommen die Ideen her? Und vor allem: Kann das jeder?

Motiv zum Thema "kreativ sein"

Mit unserer Career-to-go-Reihe beleuchten wir verschiedene Karrierethemen für dich und geben hilfreiche Tipps für den Alltag in kompakter Form – quasi für unterwegs!

Um es gleich vorwegzunehmen: Kreative Ideen fliegen einem in den seltensten Fällen einfach zu. Meist stecken dahinter bewährte Techniken und ausgeklügelte Arbeitsschritte. Und um die geht es hier – denn Ideenfindung ist nicht nur was für Agenturfritzen. Jeder von uns kann sich hinsetzen und per Kreativmethodik beispielsweise herausarbeiten, welches Berufsziel man sich stecken will, was man in die Präsentation schreibt oder welche beruflichen Themen man sich vornimmt. Gleich mal testen? – Hier ein paar Kreativtechniken zum Ausprobieren.

6-3-5: in der Gruppe viele Ideen generieren

Dies ist eine Methode zur Ideensammlung, also zur Produktion möglichst vieler Ideen – ähnlich einem Brainstorming. Die 6-3-5-Technik heißt so, weil sechs Personen je drei Ideen fünfmal weiterdenken. Und das geht so:

  • Wichtig vorab: Formuliert präzise die Fragestellung oder das Thema, wozu Ideen generiert werden sollen.
  • Jeder erhält ein vorbereitetes Arbeitsblatt, das aus sechs Zeilen à drei Spalten (also insgesamt 18 Feldern) besteht.
  • In einer vorher festgelegten Zeit (zum Beispiel drei Minuten) schreibt jeder drei Ideen in die erste Zeile seines Arbeitsblatts, und zwar Idee 1 in Spalte 1 usw.
  • Nach Ablauf der Zeit gibt jeder sein Blatt an den linken Nachbarn weiter. Nun wird wieder die Zeit genommen, und jeder denkt die Ideen weiter, die in der ersten Zeile stehen. Die drei neuen Ideen werden in Zeile 2 jeweils wieder in die Spalten 1 bis 3 eingetragen.

Auf diese Weise verfahrt ihr weiter, bis das Blatt voll ist. Während der Ideensammlung versucht ihr möglichst wertfrei zu bleiben. Das heißt: erstmal runterschreiben, nicht lange nachdenken. Später können die besten Ideen ausgewertet werden. Natürlich kann man diese Übung auch mit mehr oder weniger als sechs Personen anwenden. Dann müssen entsprechend die Zeilen angepasst werden.

Bisoziation: Ideensammlung mit Bildern

Die Bisoziation ist ebenfalls eine Technik zur Ideensammlung. Sie bezeichnet ein Verfahren, bei dem man durch das Betrachten von Bildern zu einer bestimmten Fragestellung neue Ideen entwickelt.

  • Sammelt im Vorfeld Bilder aus Internet und Zeitschriften oder nehmt eigene Fotografien. Darauf können beliebige Gegenstände oder Szenen zu sehen sein.
  • Formuliert präzise die Fragestellung, zu der Ideen generiert werden sollen.
  • Deckt das erste Bild auf und sammelt, was euch im Zusammenhang mit eurer Fragestellung spontan dazu einfällt. Wichtig: Einer muss mitschreiben.
  • Deckt nach und nach die Bilder auf und sammelt alle Assoziationen. Am Ende erfolgt wieder eine Auswertung.

Umkehren und übertreiben: Ideen kreativ weiterentwickeln

Dies ist keine Technik, um möglichst viele Ideen zu sammeln, sondern um vielversprechende Ideen weiterzuentwickeln. Ihr habt eine bestimmte Idee identifiziert. Stellt euch jetzt folgende zwei Fragen:

  • Wie kann man diese Idee in ihr Gegenteil verkehren?
  • Wie kann ich diese Idee möglichst stark übertreiben?

Genrewechsel: die Idee als Western

Dies ist eine weitere Technik, um Ideen weiterzuentwickeln. Ihr habt eine bestimmte Idee identifiziert. Stellt euch jetzt vor, sie wechselt zwischen verschiedenen Genres: Was passiert, wenn man die Idee als Romanze durchspielt? Wie verhält sie sich als Drama, Komödie oder Action-Movie? Was wäre, wenn die Idee als Western, Science-Fiction-Film oder Kostümschinken daherkommt?

Schiffbruch: Wie mache ich meine Idee kaputt?

Diese letzte Technik macht besonders viel Spaß: Ihr dürft, nein, sollt sogar eure Idee krachend scheitern lassen. Die Leitfrage lautet: Wie erleidet meine Idee Schiffbruch? In anderen Worten: Was muss passieren, damit die Idee so richtig schön kaputtgeht? Das kann alles sein, vom Stromausfall bis hin zu inhaltlichen Ungereimtheiten. Eine super Übung, um vermeintliche Lieblingsideen auf Herz und Nieren zu prüfen… Und vielleicht kommt ja eine noch bessere Idee dabei heraus.

 

Über den Autor

Wir Norddeutschen sind ja eigentlich eher wortkarg, aber meine Welt war schon immer voller Wörter und Geschichten. Die erzähle ich bis heute gern – auch beruflich. Zusammen mit meinem Mann lebe ich in Paderborn, wo wir samstags immer auf dem wunderschönen Wochenmarkt anzutreffen sind. Für einen guten Teller Labskaus würde ich jedes Sterne-Menü stehenlassen.

 

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