Mein Name ist Heike Liebold, ich bin 47 Jahre alt und wohne in Herford.

Nach in Summe 17 Jahren Tätigkeit (fünf und zwölf Jahre) in zwei verschiedenen Firmen der Sanitärbranche in der Entwicklung, stellte ich mir eines Tages die Frage, ob meine derzeitige Arbeit die Erfüllung meines Berufsweges darstellt? Da ich kein klares Ja dazu hatte, bedeutete das im Umkehrschluss ein Nein. Gefühlt befand ich mich in einer Sackgasse, wo es keinen Raum für Veränderungen gab. Es begann eine Zeit der Findung mit vielen Fragen, welche in mir hochkamen. Was kann ich, was möchte ich für eine Tätigkeit ausüben, was ist mir wichtig, wohin möchte ich mich entwickeln und vieles mehr.

Bildung ist der Schlüssel

Zuerst war für mich klar, dass ich in meinem Leben noch einmal etwas ganz anderes, eine andere Branche, kennenlernen möchte, etwas was mich interessiert und beflügelt. Die Möglichkeit für Weiterbildungen in einem Unternehmen ist für mich eine der wichtigsten:

„Wenn Leben das höchste Gut ist, dann ist Bildung der Schlüssel zum höchsten Gut.“ (Ernst Freiherr von Feuchtersleben).

Eine größere Firma, in welcher rein theoretisch ein Wechsel der Tätigkeit ebenfalls möglich ist, wäre auch sehr schön, schließlich möchte ich gerne auf meinen Kenntnissen/Wissen und Erfahrungen aufbauen. In der Zeit meiner Suche sprach ich in meinem Privatleben mit einigen Menschen darüber, wie sie ihren Job erfolgreich gefunden haben. Es gab Hinweise von dem Titel „Top Job“ (Bester Arbeitgeber im Mittelstand) bis hin zu der Firma Phoenix Contact, welche genau meinen Vorstellungen entsprechen würde. Mein Interesse war geweckt! Ich schaute mir die Internetseite an und war überzeugt: Das macht alles einen sehr professionellen Eindruck!

Der Zufall hilft

Der Zufall wollte es, dass genau zu dieser Zeit unter Karriere für den Bereich Lichtwellenleiter- Steckverbinder ein/e KonstrukteurIn gesucht wurde. Da ich seit einigen Jahren nicht mehr in der reinen Konstruktion tätig war – ich arbeitete im Projektmanagement und hatte das gesamte Änderungswesen und Patentwesen inne – kamen Bedenken. Zum Pro gab es das Argument: Gut, lieber von der Pieke an neu lernen und mich weiter entwickeln. Zum Kontra: Oh je, die Elektrobranche. Ich habe doch Maschinenbau Konstruktionstechnik studiert und nicht Elektrotechnik (damit wollte ich übrigens im Studium möglichst nichts zu tun haben)! Und was haben Duschabtrennungen mit Lichtwellenleiter-Steckverbinder gemeinsam? Erst einmal nichts. Gut, bei Dampfduschen und Pools gibt es elektronische Bauelemente, diese wurden aber eingekauft und haben auch nichts mit Lichtwellenleitertechnik zu tun. Mh, was nun?

An dieser Stelle kam ein guter Freund ins Spiel, der mir sagte, dass elektronische Bauelemente aus Einzelteilen aus den verschiedensten Materialen/Werkstoffen bestehen und diese erst konstruiert werden müssen. Mit den verschiedensten Materialien kannte ich mich aus und der letzte Zweifel war gebrochen.

Zweifel weggewischt – jetzt bewerben

Gesagt getan, ich bewarb mich auf die ausgeschriebene Stelle und wurde nach erfolgreichem Bewerbungsdurchlauf eingestellt. Ab dem ersten Arbeitstag erwartete mich ein Einarbeitungsprogramm (Start up-Programm), in dem alle Abteilungen, Prozesse und Strukturen des Unternehmens vorgestellt wurden. Weiterhin konnte ich alle erforderlichen Computerprogramme erlernen, welche mir nicht geläufig waren. Für die fachliche Einarbeitung in die Lichtwellenleitertechnik steht mir ein Kollege zur Verfügung, der seit Jahren in diesem Bereich arbeitet. Alles entspricht komplett meinen Vorstellungen und Wünschen. Zwar denke ich manchmal, meine „Drähte“ glühen schon, aber genau das war es, was ich wollte!

Ich durfte gleich ein eigenes Projekt bearbeiten und lernte im Team der Projektgruppe sowie in der Abteilung alle Kolleginnen und Kollegen als sehr hilfsbereit kennen. Man steht also nicht alleine mit allem da. Begeistert bin ich von den speziellen Fachabteilungen, die uns bei speziellen Berechnungen unterstützen, wie zum Beispiel der Finite-Element-Methode[1] und der Moldflow- Analyse[2] oder den Werkstoffspezialisten, um nur einige zu nennen. Hier darf, kann und soll man sich sogar in Absprache Hilfe holen.

Der doch längere An- und Abfahrweg kann gut genutzt werden für Telefonate oder zum Vokabelnlernen per CD. Wer es lieber geselliger mag, kann über das Intranet von Phoenix Contact eine Fahrgemeinschaft bilden.

Alles in allem bin ich sehr froh und glücklich, diesen Schritt getan zu haben. Und noch immer muss ich darüber lächeln, dass ich von der Elektrotechnik nichts wissen wollte. Wie sich die Zeiten doch ändern können!

[1] Berechnungsverfahren bei der Festkörpersimulation welches Teile auf Bruch testet

[2] Simulation für ein Kunststoffspritzteil, die prüft, ob es im Werkzeug vergossen werden kann, wo sich die Bindenähte bilden, ob das Teil Einfallstellen hat und wie sich das Teil über den Querschnitt verzieht

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