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Maschinenrichtlinie reloaded, Verabschiedung bis 2023 (Q1/Q2) geplant – was ändert sich für Sie als Maschinenhersteller und Schaltschrankbauer?

Es ist derzeit in aller Munde: Die Maschinenrichtlinie (2006) wird abgelöst durch die neue Maschinenverordnung (MVO). Die Verabschiedung, Übersetzung und Veröffentlichung ist für Q1/Q2 2023 geplant.

Was ist der Hintergrund des gesamten Vorhabens? Neue Technologien ermöglichen im Maschinenmarkt vielfältige sowie lukrative Möglichkeiten und Chancen, zugleich stehen Unternehmer vor enormen Herausforderungen und schwerwiegenden Risiken. Cybergefahren sind beispielsweise weltweites Top-Risiko für Unternehmen (Allianz Risikobaromater 2022). Auch künstliche Intelligenz bringt ganz neue Herausforderungen bezüglich der funktionalen Sicherheit mit sich. Genau hier setzt die neue Maschinenverordnung an, mit dem Ziel, den neuen Sicherheitslücken zu begegnen.

Wesentliche Punkte – was ändert sich?

  • Sichere Software wird als Sicherheitsbauteil unter der MVO gesehen, benötigt somit ein Konformitätsbewertungsverfahren und ggf. eine CE-Kennzeichnung, wenn die sichere Software separat auf den Markt zur Verfügung gestellt wird und nicht Bestandteil einer Maschine ist.
  • Konformitätserklärung und Betriebsanleitung in digitaler Form zulässig
  • „Wesentliche Veränderung“ ist jetzt Bestandteil der MVO und wird besser spezifiziert. Hinweis: Laut der Meinung von verschiedenen Experten kann eine Verbesserung der Sicherheit nie zu einer wesentlichen Änderung führen.  Vorher war das Thema „Wesentliche Veränderung“ kein europäisches Thema, jedes Land hat es für sich geregelt. Deutschland: Interpretationspapier BMAS.
  • Anforderungen an „Händler“ – neu in der MVO
    Händler sind durch die neue MVO verpflichtet, alle Maschinen, die sie im europäischen Markt vertreiben wollen, auf eine ordnungsgemäße CE-Kennzeichnung zu überprüfen. Das schließt u.a. auch ein, dass eine ausreichende technische Dokumentation zur Maschine vorliegt. Liegen Zweifel vor, so sind Händler dazu verpflichtet, mögliche unsichere Maschinen zurückzuhalten und Korrekturmaßnahmen einzuleiten.
  • Neue Reihenfolge der Anhänge. Die Reihenfolge der Anhänge regelt die Priorität, entsprechend wurden sie neu sortiert. Anhang IV ist jetzt beispielsweise Anhang I.
  • Änderung im Konformitätsverfahren für besonders gefährliche Maschinen. Derzeit ist noch in Klärung welche Maschinen unter die Gruppe „gefährlich“ fallen und wie das Vorgehen des Konformitätsverfahrens für diese Maschinengruppe durchzuführen ist.
  • Deligated legal act (dla). Bisher wurden harmonisierte Normen von anerkannten europäischen Normungsorganisationen im Auftrag der europäischen Kommission entwickelt (CEN, CENELEC, ETSI). Durch die dla kann die EU-Kommission jetzt selber „normenähnliche“ Dinge erlassen, eine sogenannte „technische Spezifikation“.
  • Neue Anforderung – OT-Security:
    Die Maschine muss so konstruiert und gebaut sein, dass der Anschluss einer anderen Einrichtung an das Produkt über eine beliebige Funktion der angeschlossenen Einrichtung selbst oder über eine mit dem Maschinenprodukt kommunizierende entfernte Einrichtung nicht zu einer gefährlichen Situation führt. In der neuen MVO ist zudem der Punkt “Fernzugriff” geregelt.

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