{"id":7942,"date":"2020-08-12T07:00:31","date_gmt":"2020-08-12T05:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/?p=7942"},"modified":"2020-09-18T08:40:47","modified_gmt":"2020-09-18T06:40:47","slug":"hoellenfahrt-fuer-li-ion-akkus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/hoellenfahrt-fuer-li-ion-akkus\/","title":{"rendered":"H\u00f6llenfahrt f\u00fcr Lithium-Ionen-Akkus"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Welle der E-Mobilit\u00e4t kommt. Und zwar gewaltig. Damit verbunden ist die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien in bisher ungeahnten Dimensionen. Bei Phoenix Testlab in Blomberg werden bis zu 800 kg schwere Lithium-Ionen-Akkupakete getestet (kurz: Li-Ion-Akkus). Ein Blick hinter die Kulissen einer modernen Folterkammer: ins Batterielabor.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><em>Ein Airbag, der ausl\u00f6st, wenn man das Radio einschaltet? Klingt gef\u00e4hrlich. Damit genau so etwas nicht passiert, pr\u00fcft Phoenix Testlab die Produkte von morgen und zertifiziert sie f\u00fcr ihre Hersteller. Was man da pr\u00fcfen kann\u00a0und wie solche Pr\u00fcfungen durchgef\u00fchrt werden, erz\u00e4hlen wir euch in unserer Phoenix Testlab-Reihe.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Thema ist sprichw\u00f6rtlich hei\u00df: Immer wieder geistern Nachrichten von brennenden E-Autos durch die Nachrichten. Das Thema Akkumulator bekommt durch die enorme Energiedichte und ihren Einsatz im rollenden Alltag eine ganz neue Brisanz. Und damit auch Dinge wie Haltbarkeit, Dauerbelastung und Sicherheit. Daher ist Phoenix Testlab in Blomberg bei der Automobilindustrie eine allererste Adresse.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir machen Akkus alt. Und das ganz schnell.\u201c Der, der das sagt, tr\u00e4gt keinen Zauberhut oder ist im Besitz einer Zeitmaschine. Michael Jonca leitet das Batterielabor bei Phoenix Testlab. Und wirkt nicht nur ausgesprochen sympathisch, sondern auch sehr seri\u00f6s. Also kein Hokuspokus, sondern echte technologische Pionierleistung, mit der den Energiespendern von E-Fahrzeugen hier zu Leibe ger\u00fcckt wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Herren der Zeitreise<\/h2>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eUnsere Aufgabe ist es, Li-Ion-Akkus k\u00fcnstlich altern zu lassen. Durch unsere ausgekl\u00fcgelten Testverfahren stressen wir die empfindlichen Energietr\u00e4ger so, dass dies weit mehr als einem Autoleben entspricht.\u201c Eine virtuelle Zeitmaschine. Also doch! \u201eDabei richten wir uns streng nach den Vorgaben der Hersteller\u201c, erkl\u00e4rt Michael Jonca seine Aufgaben. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.phoenix-testlab.de\/de\/\" class=\"broken_link\" rel=\"nofollow\">Phoenix Testlab<\/a> ist ein unabh\u00e4ngiges Pr\u00fcfinstitut, welches 1994 von der Phoenix Contact GmbH &amp; Co. KG gegr\u00fcndet wurde \u2013 damals noch unter dem Namen Phoenix EMV-Test GmbH. Anlass war die seit dieser Zeit vorgeschriebene Elektromagnetische-Vertr\u00e4glichkeits-Pr\u00fcfung (kurz EMV). Mehr zur Gr\u00fcndung von Phoenix Testlab lest ihr <a href=\"http:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/phoenix-testlab-das-erste-start-up-von-phoenix-contact\/\">hier<\/a>. Von Beginn an war die Unabh\u00e4ngigkeit des Instituts trotz der r\u00e4umlichen N\u00e4he zum gr\u00fcndenden Unternehmen ein wichtiges Merkmal des Testlabors. Diese Unabh\u00e4ngigkeit ist einer der Eckpfeiler f\u00fcr den raschen Erfolg des Hightech-Unternehmens. Ein anderer: Der Kunde ist K\u00f6nig.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"http:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/Batterie-Lab_Totale-1024x682.jpg\" alt=\"Batterielabor von Phoenix Testlab\" class=\"wp-image-7943\" srcset=\"https:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/Batterie-Lab_Totale.jpg 1024w, https:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/Batterie-Lab_Totale-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/Batterie-Lab_Totale-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Daher gelten in den heiligen Hallen von Phoenix Testlab auch teils strenge Vorgaben der Kunden. \u201eSorry, aber diese Ger\u00e4te und Pr\u00fcflinge sind f\u00fcr Fotografen tabu.\u201c Das betrifft insbesondere die Automobilbranche. F\u00fcr die und ihre bis zu 800 Kilogramm schweren Energiespeicher ist Phoenix Testlab seit 2011 ein nahezu unverzichtbarer Partner. Im Fr\u00fchjahr dieses Jahres begann der Betrieb eines der modernsten Labore f\u00fcr die Pr\u00fcfung von Lithium-Ionen-Batterien und -Modulen mit einer Gr\u00f6\u00dfe von circa 950 Quadratmetern. Im Batterielabor testet Michael Jonca mit seinen Kollegen Prototypen vor der Serienfertigung. Die hier getesteten Batterien sind also die Grundlage f\u00fcr die sp\u00e4ter in Serie hergestellten Batterien im E-Auto.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Aufbau dieses Testcenters begann mit diesen Containern.\u201c Zusammen mit Thomas Worsch, dem Marketingexperten von Phoenix Testlab, beginnen wir einen Rundgang durch das Pr\u00fcfinstitut. \u201eContainer sind ideal, weil wir die jeweiligen Testkomplexe und die Pr\u00fcflinge aus Sicherheitsgr\u00fcnden einzeln handhaben k\u00f6nnen.\u201c Michael Jonca f\u00fchrt aus: \u201eZwar testen wir hier keine Zerst\u00f6rungsszenarien, setzen also den Pr\u00fcfling nicht absichtlich der Zerst\u00f6rung aus. Aber auch unsere Haltbarkeits- und Lebensdauertests stressen die gro\u00dfen Batterien erheblich. Daher gibt es auch eine ganz enge Zusammenarbeit mit der ans\u00e4ssigen Feuerwehr, die einen potenziellen Brand ohne Gef\u00e4hrdung des restlichen Testlab und der Mitarbeiter und umliegender Anwohner schnell unter Kontrolle bringen muss.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">In der Folterkammer<\/h2>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfen Batteriebl\u00f6cke werden \u00fcber Monate hart rangenommen. Erste Station ist die elektrische Pr\u00fcfanlage. \u201eWir laden hier mit richtig Energie, boosten in ein bis zwei Stunden auf Vollladung. Und das viele tausend Male. Unser Stromverbrauch ist daher \u00e4hnlich hoch wie in der gesamten Fertigung von Phoenix Contact.\u201c Kein Wunder, dass am Ende dieses Testlaufs die Pr\u00fcflinge ein bis zwei Wochen liegen gelassen werden, bis sie wieder an den Auftraggeber zur\u00fcckgesandt werden. \u201eDie chemischen Reaktionen im Akku sind ja nicht abrupt beendet, das klingt noch eine Weile nach\u201c, erkl\u00e4rt der Chef vom Batterielabor. \u201eDie Gefahr einer Entz\u00fcndung auf dem Transportweg w\u00e4re zu hoch f\u00fcr eine sofortige R\u00fccksendung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Um dann zur n\u00e4chsten Folterkammer zu marschieren. Es wird mechanisch und h\u00f6rt sich nach Jahrmarkt an: \u201eDas ist unser Shaker, unsere R\u00fcttelkammer. Hier sch\u00fctteln wir das Batteriepack rund zwei Wochen lang ununterbrochen, und das kombiniert mit einer Klimakammer, sodass wir hier Hitze und K\u00e4lte simulieren k\u00f6nnen.\u201c Die Ausma\u00dfe des haushohen Pr\u00fcfstands sind enorm. \u201eWir heben den Pr\u00fcfling mitsamt seinem von uns angefertigten Aggregatrahmen mit einem 5-Tonnen-Kran auf seinen Platz. Die st\u00e4hlerne Sch\u00fcttelplatte wiegt allein 35 Tonnen. Sie ist im Fundament federnd gelagert, sonst w\u00fcrde im weiten Umkreis die Erde beben\u201c, berichtet Thomas Worsch. Jonca erg\u00e4nzt: \u201eHier testen wir auch Komponenten aus der Schifffahrt und Industrie, nicht nur Batterien, sondern auch ganze Schaltschr\u00e4nke. Und die k\u00f6nnen bis zu vier Tonnen wiegen.\u201c Der Pr\u00fcfstand r\u00fcttelt im \u201eeinaxialen Schwingungsverfahren\u201c. Um einen Pr\u00fcfling in allen drei Dimensionen durchzusch\u00fctteln, wird seine Lage auf der Pr\u00fcfanlage ver\u00e4ndert. Eine Gemeinheit hat der Pr\u00fcfstand aber noch drauf: \u201eWir simulieren hier auch einen mechanischen Schock, also etwa die Fahrt \u00fcber einen Bordstein. Da lasten dann bis zu 50g (g f\u00fcr Gravit\u00e4t, hier das 50-fache der Erdbeschleunigung) auf dem Pr\u00fcfling.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Batterien sind je nach Kundenwunsch mal sechs Monate, mal fast anderthalb Jahre bei Phoenix Testlab. Nicht herum kommen die bemitleidenswerten Dauerl\u00e4ufer um das n\u00e4chste Testmartyrium: den T-Schocker. \u201eZehn bis drei\u00dfig Tage lang muss der Batteriepack einen Temperatursturz von -40 \u00b0Celsius bis +75\u00b0 Celsius aushalten \u2013 im st\u00e4ndigen Wechsel. Das sind ganz typische Anforderungen aus der Automobilindustrie\u201c, l\u00e4sst uns Michael Jonca staunen. \u201eDabei geht es ebenfalls um die mechanische Festigkeit. Denn hier wird die Dichtigkeit der Au\u00dfenh\u00fclle strapaziert.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Letzte H\u00fcrde Schwimmbad<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"http:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/IMG_2748-1024x683.jpg\" alt=\"Tauchbecken im Batterielabor\" class=\"wp-image-7945\" srcset=\"https:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/IMG_2748.jpg 1024w, https:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/IMG_2748-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/IMG_2748-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ist der Pr\u00fcfling bis hierhin noch immer bei guter Laune,\ndroht ihm im Tauchbecken die n\u00e4chste Tortur. \u201eDieses gro\u00dfe Becken ist ganz\nneu\u201c, hallt Joncas Stimme durch das ganz spezielle Schwimmbad. An der Decke der\ngro\u00dfe Kran, der die Batterien ins kalte oder warme Wasser hebt. \u201eWir k\u00f6nnen das\nWasser auch beheizen.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr jedes Akkupaket ist ein Team an Ingenieuren und Mitarbeitern zust\u00e4ndig, denn die jeweiligen Testprozeduren sind komplett unterschiedlich. \u201eMomentan befinden sich zw\u00f6lf verschiedene Pr\u00fcflinge und damit auch zw\u00f6lf verschiedene Energietr\u00e4ger f\u00fcr ihre jeweiligen E-Fahrzeuge bei uns im Test.\u201c Wer den netten Herrn Jonca durch seine Folterkammern begleitet, der kann sich mit Sicherheit darauf verlassen, dass die Pr\u00fcflinge, die dem Batterielabor heil entkommen, nahezu jede Tortur mit Leichtigkeit ertragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Welle der E-Mobilit\u00e4t kommt. Und zwar gewaltig. Damit verbunden ist die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien in bisher ungeahnten Dimensionen. 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