{"id":7756,"date":"2020-07-23T07:00:29","date_gmt":"2020-07-23T05:00:29","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/?p=7756"},"modified":"2020-09-21T10:26:15","modified_gmt":"2020-09-21T08:26:15","slug":"feuer-wasser-erde-luft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/feuer-wasser-erde-luft\/","title":{"rendered":"Feuer, Wasser, Erde, Luft: im Umweltsimulationslabor"},"content":{"rendered":"\n<p>Technische Produkte m\u00fcssen w\u00e4hrend ihrer gesamten Lebensdauer einer Vielzahl von Umwelteinfl\u00fcssen trotzen. Besonders hohe oder niedrige Temperaturen k\u00f6nnen beispielsweise die Leistungsf\u00e4higkeit und Lebensdauer der Produkte beeinflussen. Im Umweltsimulationslabor von Phoenix Testlab werden diese Umwelteinfl\u00fcsse simuliert, um die Qualit\u00e4t und Zuverl\u00e4ssigkeit von technischen Produkten zu pr\u00fcfen. Im Beitrag erkl\u00e4rt uns Sven, wie die Tests im Umweltsimulationslabor ablaufen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><em>Ein Airbag, der ausl\u00f6st, wenn man das Radio einschaltet? Klingt gef\u00e4hrlich. Damit genau so etwas nicht passiert, pr\u00fcft <a href=\"https:\/\/www.phoenix-testlab.de\/de\/\">Phoenix Testlab<\/a> die Produkte von morgen und zertifiziert sie f\u00fcr ihre Hersteller. Was man da pr\u00fcfen kann\u00a0und wie solche Pr\u00fcfungen durchgef\u00fchrt werden, erz\u00e4hlen wir euch in unserer Phoenix Testlab-Reihe.  <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im <a href=\"https:\/\/www.phoenix-testlab.de\/de\/testlabor\/umweltsimulation\">Umweltsimulationslabor<\/a> bilden wir Umwelteinfl\u00fcsse nach, um m\u00f6gliche Schwachstellen in technischen Produkten zu erkennen, bevor sie auf den Markt kommen. Ich pers\u00f6nlich pr\u00fcfe z. B. sehr oft K\u00fchlerl\u00fcfter f\u00fcr Autos. Das Motork\u00fchlsystem im Auto verhindert, dass der Motor \u00fcberhitzt und Sch\u00e4den an der Motormechanik entstehen. Der K\u00fchlerl\u00fcfter sitzt nah am K\u00fchler und wird zugeschaltet, wenn die Temperatur des K\u00fchlwassers einen bestimmten Wert erreicht. Der K\u00fchlerl\u00fcfter sorgt daf\u00fcr, dass W\u00e4rme an die Au\u00dfenluft abgef\u00fchrt wird und unterst\u00fctzt so den Abk\u00fchlprozess des K\u00fchlmittels.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die meisten Produkte gibt es ein Lastenheft. Das ist eine Zusammenstellung der Anforderungen, die ein Produkt erf\u00fcllen muss. Anhand dessen wissen wir, welche Tests der Pr\u00fcfling durchlaufen muss, und f\u00fchren diese nach und nach durch. Auch wenn wir allgemein von Pr\u00fcfling (Einzahl) sprechen, haben wir mehrere Testobjekte desselben Typs gleichzeitig im Test. Teilweise durchlaufen diese zusammen die Pr\u00fcfungen und manchmal werden sie auf unterschiedliche Pr\u00fcfungen aufgeteilt \u2013 das ist f\u00fcr sp\u00e4tere Analysen notwendig. <br>Am Beispiel des K\u00fchlerl\u00fcfters f\u00fchre ich euch mal durch die einzelnen Stationen einer Testsequenz.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schlagl\u00f6chern trotzen: Vibration und mechanischer Schock<\/h2>\n\n\n\n<p>Bei einer Vibrationspr\u00fcfung wird simuliert, dass ein Auto \u00fcber die Stra\u00dfe f\u00e4hrt. In vielen Stra\u00dfen gibt es Schlagl\u00f6cher. F\u00e4hrt das Auto \u00fcber ein Schlagloch, bekommt das Auto quasi einen kleinen Schock. Der wird zwar durch eine Feder ged\u00e4mpft, aber jedes Teil schwingt nach. Beim Vibrationstest pr\u00fcfen wir, ob die Teile der Vibration standhalten. Generell stellen alle unsere Pr\u00fcfungen in extrem kurzer Zeit die Belastung w\u00e4hrend der herk\u00f6mmlichen Produktlebensdauer nach. Mit einer Vibrationspr\u00fcfung im Labor kann so eine etwa 5-j\u00e4hrige Nutzung simuliert und Materialerm\u00fcdung aufgedeckt werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"http:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/04\/Vibration_1024-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7763\" srcset=\"https:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/04\/Vibration_1024.jpg 1024w, https:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/04\/Vibration_1024-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/04\/Vibration_1024-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>F\u00fcr die Vibrationstests braucht man sogenannte Shaker. Diese bewegen eine R\u00fcttelplatte, auf der der Pr\u00fcfling montiert wird. Die Tests werden auf verschiedenen Achsen durchgef\u00fchrt, um St\u00f6\u00dfe aus unterschiedlichen Richtungen zu simulieren<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Blo\u00df nicht altern: Temperaturschock<\/h2>\n\n\n\n<p>Beim Temperaturschock gibt es zwei Kammern, die auf eine sehr kalte und eine sehr hei\u00dfe Temperatur temperiert werden. Bei Autoteilen im Motorraum sind das meist -40 Grad und +120 Grad Celsius. Der Pr\u00fcfling f\u00e4hrt dann immer von der kalten in die warme Kammer und bekommt dadurch einen Temperaturschock. So eine Pr\u00fcfung geht mehrere Tage, der Pr\u00fcfling f\u00e4hrt mehrere hundert Male hin und her. Wir testen damit die schnelle Alterung von Teilen. Dichtungen und Metalle d\u00fcrfen w\u00e4hrend der Pr\u00fcfung nicht spr\u00f6de oder rissig werden. Undichte Teile w\u00fcrden in der weiteren Testsequenz zu Problemen f\u00fchren. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wer rostet, f\u00e4llt durch: Korrosion<\/h2>\n\n\n\n<p>Bei der Salznebelpr\u00fcfung kommen die Pr\u00fcflinge in eine Kammer und werden mit salzhaltiger Nebelluft bespr\u00fcht. Metalle d\u00fcrfen hier zwar leicht anfangen zu rosten, aber keine sch\u00e4digende Wirkung auf die Funktion haben. Der Test dauert eine knappe Woche. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"http:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/04\/Korrosion_1024-1024x682.jpg\" alt=\"Pr\u00fcfung mit Salznebel\" class=\"wp-image-7761\" srcset=\"https:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/04\/Korrosion_1024.jpg 1024w, https:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/04\/Korrosion_1024-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/04\/Korrosion_1024-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Die Korrosionspr\u00fcfung stellt langj\u00e4hrigen Witterungseinfluss durch Seeluft und Stra\u00dfensalz innerhalb von kurzer Zeit nach<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Undichte Stellen finden: W\u00e4rme und Frost<\/h2>\n\n\n\n<p>Dann folgt die feuchte W\u00e4rmelagerung mit Frost. Der Test dauert 240 Stunden. Dabei wird mehrfach ein Temperaturwechseltest von -10 Grad auf +65 Grad Celsius durchgef\u00fchrt, und zwar zus\u00e4tzlich mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Hier kann sich Feuchtigkeit am Pr\u00fcfling absetzen. In der dreist\u00fcndige Frostphase bei -10 Grad Celsius k\u00f6nnen durch Eisbildung z.&nbsp;B. Dichtungen besch\u00e4digt werden. Das m\u00fcssen wir mit diesem Test ausschlie\u00dfen. Oft werden diese Pr\u00fcfungen auch \u201ein Funktion\u201c durchgef\u00fchrt. Bei einem Lenkrad werden dabei z.&nbsp;B. w\u00e4hrend der Pr\u00fcfung die Schalter bet\u00e4tigt und per Analyseger\u00e4te ausgewertet, ob sich die Funktionen w\u00e4hrend der Pr\u00fcfung ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Auf Tauchgang: T-Schock-Tauchen<\/h2>\n\n\n\n<p>Danach kommt die Tauchpr\u00fcfung. Das nennt sich T-Schock-Tauchen. Dabei wird der Pr\u00fcfling f\u00fcr eine Stunde wieder auf +120 Grad Celsius erhitzt und dann f\u00fcnf Minuten in 0 Grad kaltes Wasser getaucht. Das ist noch mal h\u00e4rter als der Temperaturschock, weil noch der Faktor Wasser hinzukommt. Es gibt Autos, die k\u00f6nnen durchaus durch Wasser fahren. Und im Winter, bei Eis und Schnee, kommt ein K\u00fchlerl\u00fcfter auch in anderen Autos mit Wasser in Ber\u00fchrung. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Pr\u00fcfen mit Hochdruck: IP-Schutzart<\/h2>\n\n\n\n<p>Als letztes folgt die IP-Pr\u00fcfung. IP steht dabei f\u00fcr International Protection. Es ist prinzipiell erlaubt, den Motorbereich eines Autos mit dem Hochdruckreiniger zu reinigen. Dem m\u00fcssen die Teile nat\u00fcrlich standhalten. Daher wird der Pr\u00fcfling entsprechend mit 100 bar und 80 Grad hei\u00dfem Wasser befeuert. Zur IP-Pr\u00fcfung geh\u00f6rt au\u00dferdem noch die Staubpr\u00fcfung. Wie der Name schon sagt, wird dabei Staub auf den Pr\u00fcfling gerieselt, und zwar in einer verschlossenen Kammer. Staub kann ebenfalls in wichtige Teile eindringen und dort Schaden anrichten. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"http:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/04\/Staubkammer_1024-1024x682.jpg\" alt=\"Pr\u00fcfung mit Staub\" class=\"wp-image-7762\" srcset=\"https:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/04\/Staubkammer_1024.jpg 1024w, https:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/04\/Staubkammer_1024-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/04\/Staubkammer_1024-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Staub, Sand und Pollen k\u00f6nnen sich fast \u00fcberall am und im Auto absetzen und die Funktion der Ger\u00e4te beeinflussen. Der Test stellt sicher, dass alles tadellos funktioniert<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zwischen den Pr\u00fcfungen f\u00fchren wir Tests durch, um die Funktionst\u00fcchtigkeit des Pr\u00fcflings nach der Pr\u00fcfung nachzubilden. Sollte ein Pr\u00fcfling an irgendeiner Stelle nicht mehr funktionieren, endet die Pr\u00fcfung an dem Punkt.<\/p>\n\n\n\n<p>In den meisten F\u00e4llen bekommen wir die Pr\u00fcflinge erst, wenn sie schon sehr ausgereift sind. Die Hersteller haben oft schon Tests in eigenen Laboren durchgef\u00fchrt und brauchen von uns nur noch den finalen Report. Das sind dann Prototypen, die kurz vor der Serienfertigung stehen. Bei manchen Pr\u00fcfungen sind wir entwicklungsbegleitend dabei. Dabei gibt es auch \u00f6fter mal Ausf\u00e4lle. Am Ende der Pr\u00fcfung erstellen wir immer einen Pr\u00fcfbericht f\u00fcr den Hersteller. Darin steht, ob die Pr\u00fcfungen bestanden sind oder nicht. Gegebenenfalls m\u00fcssen die Hersteller dann Anpassungen vornehmen und erneut einen Pr\u00fcfling testen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute ist Phoenix Testlab eines der f\u00fchrenden Labore f\u00fcr den Test von Automobil-Komponenten in Deutschland. Die Pr\u00fcflinge stammen daher von fast allen namhaften Zuliefererfirmen \u2013 vom Airbag \u00fcber Sensoren, Lenkr\u00e4dern, Scheinwerfern, Funkschl\u00fcsseln bis hin zur gro\u00dfen Lithium-Ionen-Batterie ist alles dabei. Das macht uns ein bisschen stolz: Fast in jedem Auto sind mehrere Bauteile drin, deren Prototyp in Blomberg gepr\u00fcft wurde.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/phoenix-testlab:-das-erste-start-up-von-phoenix-contact\/\">Hier <\/a>k\u00f6nnt ihr einen allgemeinen Blogbeitrag \u00fcber Phoenix Testlab lesen und <a href=\"http:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/wie-der-airbag-mit-der-lenkradheizung-auskommt\/\">in diesem Beitrag<\/a> berichtet ein Mitarbeiter von Phoenix Testlab \u00fcber seine Arbeit im Labor f\u00fcr Elektromagnetische Vertr\u00e4glichkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Technische Produkte m\u00fcssen w\u00e4hrend ihrer gesamten Lebensdauer einer Vielzahl von Umwelteinfl\u00fcssen trotzen. Besonders hohe oder niedrige Temperaturen k\u00f6nnen beispielsweise die Leistungsf\u00e4higkeit und Lebensdauer der Produkte beeinflussen. 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