{"id":11030,"date":"2022-11-30T07:00:00","date_gmt":"2022-11-30T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/?p=11030"},"modified":"2022-11-28T12:24:02","modified_gmt":"2022-11-28T11:24:02","slug":"fehlerkultur-in-unternehmen-irren-ist-menschlich-nr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.phoenixcontact.com\/hr-de\/fehlerkultur-in-unternehmen-irren-ist-menschlich-nr\/","title":{"rendered":"Fehlerkultur in Unternehmen: Irren ist menschlich"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>\u201eIrren ist menschlich, aber auf Irrt\u00fcmern zu bestehen ist teuflisch\u201c, so das ber\u00fchmte Zitat des Philosophen Seneca. Das trifft den Kern der Fehlerkultur, denn nur wer Fehler erkennt und offen anspricht, kann aus ihnen lernen. Das gilt auch f\u00fcr Unternehmen, die aus einer gelebten Fehlerkultur immense Innovationskraft ziehen k\u00f6nnen \u2013 wenn sie es nur wollen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><em>In diesem Beitrag der Reihe \u201eF\u00fchrung im Fokus\u201c besch\u00e4ftigen wir uns mit dem Thema \u201eFehlerkultur\u201c. Denn in Zukunft wird es entscheidend f\u00fcr die Innovationskraft von Unternehmen sein, wie mit Fehlern umgegangen wird. Erfahren Sie, woran sie eine positive Fehlerkultur erkennen und wie sie Impulse setzen, um diese zu f\u00f6rdern. In einem zweiten Beitrag werden wir ganz praxisorientiert Beispiele f\u00fcr positive Fehlerkultur aus dem Arbeitsalltag von Phoenix Contact zeigen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Fehler, Irrt\u00fcmer, Misserfolge: Dar\u00fcber wurde lange Zeit vor allem in der Gesch\u00e4fts- und Berufswelt lieber nicht offen gesprochen. Hier hat in den letzten Jahren ein erstaunlicher Wandel stattgefunden. In sozialen Netzwerken wie LinkedIn finden sich heute zum Beispiel jeden Tag Beitr\u00e4ge von Start-up-Gr\u00fcnderinnen und -Gr\u00fcndern sowie Unternehmerinnen und Unternehmern, die das eigene Scheitern thematisieren und das, was sie aus ihren Niederlagen gelernt haben. Solche Beitr\u00e4ge sto\u00dfen in den allermeisten F\u00e4llen auf reichlich Feedback. Nicht etwa aus Schadenfreude, sondern vielmehr aus Empathie \u2013 denn wir alle machen mal kleinere, mal gr\u00f6\u00dfere Fehler. Irren ist absolut menschlich!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fehler?! Oft noch ein Tabu<\/h2>\n\n\n\n<p>Leider hat sich eine solche positive Fehlerkultur in den meisten Unternehmen hierzulande noch nicht etablieren k\u00f6nnen, w\u00e4hrend andere L\u00e4nder und Kulturen sie schon seit einiger Zeit leben. In Skandinavien und in den USA etwa geh\u00f6ren Fehltritte zum unternehmerischen Alltag dazu. Sie werden konstruktiv und offen behandelt und als Chance f\u00fcr k\u00fcnftige Verbesserung gesehen. Bei uns hingegen gelten Fehler oft genug als Zeichen von Schw\u00e4che oder mangelnden F\u00e4higkeiten. Manchmal sind sie gar ein absolutes Tabuthema. Dabei hat sich zum Beispiel bereits 2018 in der Studie \u201eSo arbeitet Deutschland\u201c der Personalberatung SThree herausgestellt, dass sich eine Mehrheit der Besch\u00e4ftigten in deutschen Unternehmen eine andere Fehlerkultur w\u00fcnscht. Eine, die auf Toleranz und Lerneffekte statt auf Kritik und Sanktionen setzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Blick in die Chefetagen bietet sich kein wesentlich besseres Bild. Die Studie \u201eFehlerkultur in deutschen Unternehmen\u201c von Ernst &amp; Young (EY) hat aufgezeigt, dass knapp 80 Prozent der befragten F\u00fchrungskr\u00e4fte angeben, Fehler zu machen, die Zeitaufwand und Probleme in den Abl\u00e4ufen erzeugen \u2013 diese jedoch vertuschen oder verschweigen. Karriere, Ansehen oder Boni wiegen im Zweifelsfall offensichtlich schwerer als das wirtschaftliche Schicksal des gesamten Unternehmens. Oft genug folgen aus solchen Situationen zur\u00fcckhaltende Entscheidungen, was wiederum die Innovationskraft und letztlich das wirtschaftliche Wohl einer Firma gef\u00e4hrden kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fehlerkultur f\u00f6rdert Innovation<\/h2>\n\n\n\n<p>Das (Selbst-)Bewusstsein, mit Fehlern offen umzugehen und aus ihnen zu lernen, setzt sich jedoch immer mehr durch. Die positiven Effekte liegen auf der Hand: Aus \u201eintelligenten\u201c Fehlern \u2013 die besonders h\u00e4ufig im Rahmen von innovativen Projekten in Wirtschaft und Technik geschehen, h\u00e4ufig sogar einkalkuliert sind \u2013 k\u00f6nnen Mitarbeitende lernen und sich weiterentwickeln. Dies gilt besonders in der Dynamik eines Teams, in dem man sich gegenseitig unterst\u00fctzt, f\u00f6rdert und fordert. Sind Besch\u00e4ftigte mutig genug, unbekannte L\u00f6sungswege zu suchen, kann das selbstverst\u00e4ndlich immer zum Scheitern f\u00fchren. Doch auch ein Misserfolg kann ein Ansporn sein. Positiver Nebeneffekt: Gemachte Fehler k\u00f6nnen festgehalten und analysiert werden \u2013 und sich zuk\u00fcnftig ausschlie\u00dfen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine gesunde Fehlerkultur kann ein wesentlicher Motor f\u00fcr den Fortschritt eines Unternehmens sein. Verfolgen F\u00fchrungskr\u00e4fte und Besch\u00e4ftigte aus Furcht vor Fehlern und eventuell daraus folgenden Sanktionen nur vermeintlich sichere und kontrollierbare Projekte, f\u00fchrt dies auf lange Sicht zu negativen Effekten f\u00fcr alle Beteiligten. Zum Beispiel unmotivierte Mitarbeitende, die nur Dienst nach Vorschrift leisten \u2013 heute auch \u201equiet quitting\u201c genannt, also \u201estilles k\u00fcndigen\u201c. Laut der bereits erw\u00e4hnten Studie von EY beklagen 57 Prozent der Mitarbeitenden, im eigenen Unternehmen weder Vorbilder f\u00fcr eine positive Fehlerkultur, noch konkrete Ans\u00e4tze zur F\u00f6rderung einer solchen Kultur zu erleben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Merkmale positiver Fehlerkultur<\/h2>\n\n\n\n<p>Noch eine letzte Zahl: Laut dem \u201eGallup Engagement Index 2018\u201c sorgt fehlende Motivation der Besch\u00e4ftigten daf\u00fcr, dass der deutschen Wirtschaft j\u00e4hrlich rund 100 Milliarden Euro Umsatz entgehen. Wettbewerbsf\u00e4higkeit, Innovation und eine positive Fehlerkultur stehen also in enger Verbindung miteinander. Doch wo h\u00f6rt die blo\u00dfe Akzeptanz oder gar das Einfordern von Fehlern in Arbeitsabl\u00e4ufen auf und wo f\u00e4ngt der professionelle und konstruktive Umgang mit Fehlern an? Als erster Schritt hin zu einer positiven Fehlerkultur seien hier vier Ma\u00dfnahmen genannt, die sich in klare Regeln \u00fcbersetzen lassen:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vertrauen und Verantwortung geben<\/strong><br>Motivation und Leistung werden durch Eigenverantwortlichkeit wesentlich gef\u00f6rdert. Eine solche F\u00fchrungsweise zeigt Vertrauen und Wertsch\u00e4tzung den Mitarbeitenden gegen\u00fcber.<br>\u00a0<br><strong>Fehler klar definieren<\/strong><br>Routinefehler sind meist schnell erkannt und behoben. Im Gegensatz dazu enthalten \u201eintelligente\u201c Fehler oft einen wertvollen Lerneffekt. Die Unterscheidung muss klar sein. Werden Fehler gemacht, geht es so um L\u00f6sungen, nicht um Schuldzuweisungen.<br>\u00a0<br><strong>Offenheit und Respekt<\/strong><br>Alle sollten immer das Gef\u00fchl haben, Fehler zugeben zu k\u00f6nnen \u2013 ob im Team oder unter \u201evier Augen\u201c, die betroffene Person darf sich nicht blo\u00dfgestellt f\u00fchlen. Der Kommunikation sollte eine klare Aktion folgen, zum Beispiel eine Weiterbildung, um Lerneffekte zu erzielen.<br>\u00a0<br><strong>Vorbildfunktion aus\u00fcben<\/strong><br>Wenn F\u00fchrungskr\u00e4fte Fehlerkultur authentisch vorleben, werden auch die Mitarbeitenden diese Praxis annehmen. Standort- oder Abteilungs\u00fcbergreifende \u201eBest Practice\u201c- oder \u201eLessons Learned\u201c-Formate k\u00f6nnen den positiven Umgang mit Fehlern f\u00fcr alle f\u00f6rdern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIrren ist menschlich, aber auf Irrt\u00fcmern zu bestehen ist teuflisch\u201c, so das ber\u00fchmte Zitat des Philosophen Seneca. Das trifft den Kern der Fehlerkultur, denn nur wer Fehler erkennt und offen anspricht, kann aus ihnen lernen. 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