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Corona hat unsere Arbeitsweise verändert und der mobilen Arbeit einen gewaltigen Schub gegeben. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung haben im April ein Drittel aller Beschäftigten in Deutschland von zuhause gearbeitet. Jan Alsters, Senior Project Manager bei der Phoenix Contact E-Mobility, berichtet, wieso er mobiles Arbeiten vor Corona nicht in Anspruch genommen hat und wie sich seine Meinung seit März geändert hat.

Die Pandemie hat auch unseren Alltag als Industrieunternehmen auf den Kopf gestellt. Wir haben uns vielen neuen Herausforderungen stellen müssen. In Blogbeiträgen aus verschiedenen Unternehmensbereichen zeigen wir euch, was wir dabei gelernt haben.

Bei der Phoenix Contact E-Mobility ist mobiles Arbeiten seit Anfang des Jahres möglich, begrenzt auf einen Tag pro Woche. Zur Zeit der Einführung interessierte mich das Angebot nicht besonders. Ich nahm das mobile Arbeiten nicht in Anspruch und fuhr weiterhin jeden Tag mit dem Zug ins Büro, denn da gehört Arbeit schließlich hin. Mein Zuhause gehörte ausschließlich dem Feierabend und dem Urlaub.

Mit Corona kam dann im März der schlagartige Wechsel und 3.500 Kolleginnen und Kollegen wurden ins mobile Arbeiten geschickt – ich auch. Anfangs war ich ein bisschen orientierungslos und musste mich auf diese neue Art zu arbeiten erst einmal einstellen. Meine Frau arbeitete ebenfalls von zuhause und so zog ich mit meinem Laptop ins Wohnzimmer, damit wir uns nicht gegenseitig stören. Beruf und Arbeit voneinander zu trennen, wenn beides am gleichen Ort stattfindet, war zunächst nicht so einfach. Nach zwei, drei Wochen hatte sich aber alles soweit eingespielt. Nun arbeite ich seit mehr als einem halben Jahr vom heimischen Schreibtisch aus und muss zugeben, dass ich die Vorteile in dieser Zeit kennen und schätzen gelernt habe.

Ohne Teams geht nichts

Als Kommunikations-Tool nutzen wir Microsoft Teams, telefonieren darüber und halten auch alle Meetings digital ab, denn ein Treffen vor Ort ist momentan nur in Ausnahmefällen erlaubt. Fachlicher Austausch findet entsprechend nur noch digital statt – mit Kamera und Kopfhörern. Würde ich diese intensiven Gespräche an meinem Platz im Büro führen, wäre das ein Störfaktor für meine Kollegen. Andersrum könnte ich nur schwer konzentriert arbeiten, wenn ich permanent mit einem Ohr im Meeting des Kollegen stecken würde.

Da alle Termine digital stattfinden, entfällt das Hin- und Herlaufen zu den Meetingräumen. Fällt ein Termin spontan aus oder verschiebt sich, kann ich zuhause direkt weiterarbeiten, ich bin ja schließlich gar nicht erst losgegangen! Das steigert die Produktivität. Hinzu kommt, dass der Arbeitsweg wegfällt, der bei mir sonst täglich zwei Stunden ausmacht. Ich kann mir meine Zeit viel freier einteilen und bin flexibler im Alltag. Das ist wirklich ein Gewinn von Lebensqualität. Und es macht Phoenix Contact E-Mobility noch attraktiver als Arbeitgeber.

Es geht aber bei der ganzen Sache nicht nur um mich, denn ich bin davon überzeugt, dass auch der Arbeitgeber viele Vorteile durch mobiles Arbeiten hat. Beispielsweise arbeite ich konzentrierter und effektiver als im Büro, wo es doch schon die ein oder andere Ablenkung gibt, zum Beispiel durch ein etwas lauteres Gespräch am Schreibtisch nebenan.

Das Ergebnis zählt

Durch die Corona-bedingte „von Null auf Hundert“ Mobilarbeit hat bei mir einen Bewusstseinswechsel eingesetzt. Im Büro hatte ich manchmal das Gefühl, nur für meine Anwesenheit bezahlt zu werden. Im mobilen Arbeiten liegt der Fokus eher auf Leistung und Ergebnisorientierung – unabhängig vom Arbeitsplatz. Die gewonnene Flexibilität führt bei mir persönlich zu mehr und besserem Output, höherer Motivation und einem besseren Wohlbefinden. Corona hat mich bei der mobilen Arbeit ins kalte Wasser geschmissen. Aber ich habe gelernt, darin zu schwimmen und finde das kalte Wasser mittlerweile echt angenehm ;-).

Für Führungskräfte war der Start in das mobile Arbeiten ebenfalls nicht immer einfach. Andreas Kehl war ebenfalls zunächst skeptisch. Lest mehr in diesem Blogbeitrag: Vertrauen statt Kontrolle . In einem weiteren Blogbeitrag berichtet Detlef Kloke, wie Führen aus der Ferne funktioniert.

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1 Kommentare

  1. Andreas Wartha

    Vielen Dank, Jan.
    Du fasst das sehr gut zusammen. Ich sehe auch große Vorteile in der verbesserten Fokussierung am eigenen ruhigen Arbeitsplatz zu Hause. Den musste ich mir erst richtig einrichten. Leider können das nicht alle so gut umsetzen. Ich habe festgestellt dass mein mittlerweile 20 Jahre alter Bürostuhl nicht für einen ganzen Arbeitstag geeignet ist und musste ihn ersetzen, und weitere Optimierungen vornehmen. In der Summe denke ich dass ein Anteil von 2-3 Tagen pro Woche dank Teams eine echte Bereicherung meiner Arbeit darstellt. Der persönliche Kontakt fehlt mir schon, frisst aber auch Zeit. In der Summe kann man sagen, dass auch in Zeiten von Corona das Arbeiten bei Phoenix Contact ein Privileg ist.
    Grüße aus dem Süden!