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Für das nächste Jahr hat Phoenix Contact so viele freie Stellen für Auszubildende und dual Studierende ausgeschrieben wie noch nie. Im Interview erläutert Frank Stührenberg, CEO von Phoenix Contact, wie es dazu kam und gibt Einblicke in das Berufsleben bei Phoenix Contact.

Herr Stührenberg, für das nächste Jahr haben wir eine Rekordzahl an neuen Ausbildungsstellen für die Azubis und auch Stellen für die dual Studierenden erreicht. Welches Zeichen setzt Phoenix Contact damit? 

Frank Stührenberg: Vorweg geschickt – es geht uns nicht um einen Rekord. Die Zahl ist in der Tat höher als in den vergangenen Jahren. Das hat auch seinen Grund. Auch bei uns ist der sogenannte demographische Wandel eindeutig erkennbar und belegbar. Wir müssen uns deshalb langfristig darauf vorbereiten, dass wir die Fähigkeiten, von denen wir überzeugt sind, dass wir sie auch in den nächsten Jahren noch brauchen, behalten. Ausbildung und das duale Studium sind dafür wesentliche Faktoren. Dazu kommt: Wir sind nach wie vor ein stark wachsendes Unternehmen. Ich glaube, wir werden gerade in den Jahren, die vor uns liegen, ein vielleicht sogar noch stärkeres Wachstum erleben als in der Vergangenheit. Sowohl von den Volumina her, aber auch thematisch. Wir sind in Felder vorgestoßen, wie jetzt z. B. in die Elektromobilität oder Cyber Security. Das sind Felder, die alle einem starken, auch inhaltlichen Wachstum unterliegen. Wir haben für unsere Position in diesen Märkten viel getan. Wir haben viel investiert und es wäre fatal, diese Möglichkeiten nicht ausschöpfen zu können, nur weil die Kapazitäten fehlten. Wir haben Gott sei Dank die Möglichkeiten und auch die Mittel, um sie jetzt einzusetzen. 

CEO Frank Stührenberg

Was ist Ihnen bei diesem Blick nach vorn besonders wichtig?

Frank Stührenberg: Eine wichtige Botschaft ist für mich, dass wir sehr positiv in die Zukunft schauen. Also dass ein Unternehmen größer wird, ist ja per se erst mal nicht nur etwas Positives. Man kann ja auch einfach wie ein Hefeteig aufgehen und alles wird irgendwie mehr, aber nicht besser. Ich glaube, dass unser Unternehmen sich quantitativ und qualitativ weiterentwickeln wird. Unsere Themen sind: Elektrifizieren, Vernetzen, Automatisieren – diese Themen stehen vor einem großen Wachstum, das eben nicht nur ein bisschen konjunkturell befeuert ist, sondern wirklich fundamental unterlegt ist. Diese Themen, in denen wir positioniert sind, sind zwingend erforderlich bei der Lösung von großen Herausforderungen auf der gesamten Welt. Wir haben eine Rolle in der Gesellschaft: regional, national, international. Und dazu zählt auch die Ausbildung. Das heißt, wir wollen junge Menschen davon überzeugen, sich auch mit Themen zu beschäftigen, die nicht sofort naheliegen, weil sie sie gar nicht kennen. Wir richten jetzt auch einen neuen dualen Studiengang ein: Digitalisierungsingenieurwesen – eine geniale Konstruktion, die das umfasst, was wir als Unternehmen mal mit Digital Industrial beschrieben haben: auf der einen Seite eine neue Fähigkeit mit Strukturen und Kompetenzen aus der klassischen Digitalisierung, Datenmodelle, Vernetzung und Algorithmen. Auf der anderen Seite gibt es auch weiterhin die reale Welt von Produktion und Wertschöpfung.

Die Auszubildenden und dual Studierenden nehmen im Unternehmen sehr früh eine wichtige Rolle ein. So sind sie z. B. in zahlreichen für die Fachbereiche wichtigen Projekten involviert. Was ist für Sie das Besondere an dieser frühen Zusammenarbeit? 

Frank Stührenberg: Die Erkenntnis, dass divers aufgestellte Teams in der Regel bessere Ergebnisse bringen als vollständig homogene, ist ja nicht spezifisch für Phoenix Contact. Ich halte allerdings wenig von konstruierten Teams, also nach dem Motto „es muss immer ein Älterer mit einer Jüngeren und einem Internationalen zusammengespannt werden”. Damit etwas Großartiges dabei rauskommt, muss sich die Zusammensetzung ein Stück weit von alleine fügen. Dazu kommt, dass Auszubildende zwischen verschiedenen Unternehmensbereichen wechseln und dual Studierende aus ihrer Zeit an der Hochschule wieder andere Erkenntnisse mitbringen. Auch haben wir Konstruktionen geschaffen, wie die Junior Business Unit, bei der dual Studierende entweder schon eigenständige Projekte übernehmen oder sich selber mit Themen auseinandersetzen. Das sind z. B. Wettbewerbe, bei denen es um die Positionierung von Phoenix Contact geht, wo sie wirklich eine ganzheitliche Verantwortung bekommen: Ich muss irgendwie sehen, dass ich die Teams zusammenkriege. Ich muss irgendwie ein Budget erhalten usw. Und das muss ich alles schon eigenständig organisieren. Klar, das spielt sich in einer Dimension ab, die jetzt nicht sofort hunderte von Millionen Euro groß ist. Aber es geht ja auch um das, was da bewegt wird. Das finde ich schon beeindruckend, auch mit der damit verbundenen Social-Media-Kommunikation. Also, das Eingebundensein in bereits bestehende Strukturen und dabei neue Impulse zu geben oder auch Dinge aufzunehmen, das finde ich gut. Wir schaffen auch Freiräume, z. B. beim eigenen Instagram-Account. Wenn ich mir als fast 60-jähriger gestandener Manager manche Postings ansehe, dann sage ich auch „okay, das sieht echt anders aus, als ich noch vor 30 Jahren meine erste Folie gemalt habe.“ Aber wir leben bei Phoenix Contact eine Offenheit, eine Kultur, die das zulässt. 

Wie macht man Phoenix Contact für künftige Auszubildende und dual Studierende am besten sichtbar und erlebbar?

Frank Stührenberg: Wir machen noch mehr als früher deutlich, dass Phoenix Contact nicht nur eine Arbeitsstätte ist, zu der man geht, seine Arbeit macht, sein Geld dafür bekommt und man zudem einen sicheren Arbeitsplatz hat. Das ist ja an sich schon was, aber bei Phoenix Contact zu arbeiten, soll noch mehr bedeuten – man soll sagen können: Ich trage hier mit dazu bei, dass wichtige Aufgabenstellungen gelöst werden, dass wichtige Technologien entstehen. Die aktuelle Generation stellt das ja noch mehr in den Vordergrund als vergangene Generationen. Gerade jetzt machen wir mit unserem Leitbild der All Electric Society deutlich, dass wir auch den Anspruch haben, hier wirklich relevante Themen und damit auch die Gesellschaft nach vorne zu bringen. Ich freue mich über die Rekordzahl an Stellen für Auszubildende und dual Studierende und ich freue mich auch darüber, dass wir all diese Stellen besetzen können. Dennoch werden wir in Zukunft diese Aspekte der sinnstiftenden Arbeit in unserem Unternehmen noch stärker betonen. 

Frank Stührenberg im Interview

Phoenix Contact ist schon immer ein Familienunternehmen gewesen. Was sagen Sie einer Person, für die das Wort „Familienunternehmen“ doch eher verstaubt und veraltet klingt? 

Frank Stührenberg: Es kommt immer darauf an, wie der Begriff Familienunternehmen interpretiert oder gelebt und gestaltet wurde. Und da würde ich sagen, dass unser Unternehmen über all die Jahre von einem offenen, vertrauensvollen Umgang geprägt ist – ein Miteinander, wie man es auch in Familien erst mal kennt. Es ist nicht so, dass wir alle immer nur sagen: Ich finde jeden hier jeden Tag toll. Aber selbst wenn ich jetzt mal etwas nicht so toll finde, reagieren wir in einer Weise darauf, die von diesem besonderen Vertrauensverhältnis geprägt ist. Das ist besonders für Menschen, die sich entwickeln wollen, wichtig. Junge Menschen sagen: „ich will ja mich auch noch ausbilden lassen und ich weiß auch, dass ich Fehler machen werde.“ Wir bieten eine Umgebung, in der sich jemand entwickeln kann und wir helfen dabei – und wollen das Gefühl vermitteln: „Hier will man mir Gutes.“ Wir werden über Jahrzehnte in diesem Kurs bestätigt – Menschen sind ja hier nicht 40 Jahre, weil sie Spaß daran haben, sich jeden Tag zu quälen und zu ärgern. Ich möchte, dass unsere Mitarbeitenden sich hier wohlfühlen, dass wir ein angenehmes, von Vertrauen geprägtes Arbeitsumfeld haben, überall auf der ganzen Welt. Ich möchte dieses wertschätzende, schützende Umfeld nutzen, damit die Mitarbeitenden immer wieder auch mutige unternehmerische Schritte tun.

Wir wollen Partnerschaft, wir wollen vertrauensvoll miteinander umgehen und wir wollen mit mutigem Unternehmertum nach vorne gehen, immer wieder Neues entstehen lassen – und das bietet auch jungen Menschen immer wieder Chancen. Also eben nicht dieses verstaubte Familiending: „Wenn Du einmal in einer Abteilung bist, bleibst Du da die nächsten 40 Jahre.“ Im Gegenteil, bei uns verändern sich viele Menschen während ihrer Zeit innerhalb unseres Unternehmens. So ist es ja auch in unseren Werten festgeschrieben: Wir sagen, wir wollen auf der einen Seite das Partnerschaftliche, Vertrauensvolle betonen und auf der anderen Seite wollen wir innovativ und kreativ sein. Damit wir das nicht gegenüber anderen rechtfertigen müssen, legen wir Wert auf unsere Unabhängigkeit, nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch mit Blick auf unsere unternehmerischen Entscheidungen. Deswegen bin ich davon überzeugt, dass wir bei Phoenix Contact den Begriff „Familienunternehmen“ in allen Facetten zu 100 Prozent positiv leben.

Mehr Informationen zu unseren Ausbildungsberufen und dualen Studiengängen erfahrt ihr auf unserer Webseite zum Thema Karriere.

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